Beitrag von Peter Heller in Achgut v. 7.10.2016

Ein Klimapräsident und großer Transformator für Deutschland

Mit dem Beitritt zum Pariser Weltklimavertrag verdeutlicht die Bundesregierung ihren Willen zur „Großen Transformation“. Dieser Weg in den Abgrund sollte durch einen überparteilich vermittelbaren Klimapräsidenten begleitet und vermittelt werden. Es gibt sogar einen geeigneten, ja idealen Kandidaten.  Gestern meldete die Bildzeitung, dass ein „hochrangiger anerkannter Wissenschafteler“ als unparteiischer „dritter Kandidat“ gute Chancen hätte. Und wer wäre da geeigneter, als Angela Merkels Ökoflüsterer und Klimaberater Hans Jochim Schellnhuber.

Einstimmig hat der Bundestag vor gut zwei Wochen entschieden. Über alle Parteigrenzen hinweg gab es nicht einen Abgeordneten, der das Gesetz über den Beitritt Deutschlands zum UN-Klimavertrag von Paris abgelehnt hätte. Ein solcher Mangel an Opposition kommt selten vor. Nicht einmal der überhastete Atomausstieg des Jahres 2011 übte eine derartige Gleichschaltungskraft aus. Nachdem auch Bundesrat und schließlich das europäische Parlament zustimmten, gehört Deutschland nun zum Ensemble des großen Weltklimatheaters. Es ist nur noch nicht ganz klar, unter welchem Titel das Stück in die Geschichte eingeht. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ wäre ebenso passend wie „Viel Lärm um nichts“. Wenn es schlimm kommt, könnte es am Ende auch heißen „Die durch die Hölle gehen“. Denn sollten unsere Parlamentarier und unsere Regierung das Abkommen wirklich ernst nehmen, stünde Deutschland ein Sturz in den Abgrund bevor.

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Natürlich, das durch die Verbrennung fossiler Energieträger durch den Menschen in die Atmosphäre eingebrachte Kohlendioxid verändert das Klima. Jede Verdoppelung seiner Konzentration erhöht die Temperatur am Erdboden um etwa ein Grad – wenn sich sonst nichts ändert. Nun kommt das farb- und geruchlose, nicht toxische Gas nur in Spuren in der Atmosphäre vor. Unter einer Million Luftteilchen hätte man vor der industriellen Revolution im globalen Mittel drei Kohlendioxidmoleküle gefunden, heute sind es vier. Um von vier auf acht Kohlendioxid-Teilchen pro Million Luftteilchen zu kommen, wäre mehr als die doppelte Menge der bislang genutzten fossilen Energieträger zu verfeuern. Das kann der Menschheit in einem absehbaren Zeitraum wirklich nicht gelingen. Die entscheidende Frage beinhaltet also der Halbsatz „wenn sich sonst nichts ändert“.

Angefeuert durch umfangreiche staatliche Fördermittel versuchen zahlreiche Klimaforscher seit Jahrzehnten, Verstärkungsmechanismen zu finden und zu beschreiben, die die harmlose Erwärmungswirkung des Kohlendioxids potenzieren. Mehr Wasserdampf durch Verdunstung oder die Verminderung der Rückstrahlfähigkeit durch Abschmelzen der Polkappen scheinen derzeit die aussichtsreichsten Kandidaten für die Konstruktion von Szenarien, in denen der vergleichsweise geringe anthropogene Kohlendioxideintrag den Anstoß für einen hohen Temperaturanstieg gibt. Solche Vorstellungen werden mit Rechenmodellen begründet. Die Klimakatastrophe ist eine simulierte Apokalypse, keine gemessene oder beobachtete. Sie ist, das und nichts anderes lehren Klimamodelle, im Rahmen der Physik auf Basis des gegenwärtigen Kenntnisstandes über das irdische Klimasystem möglich, aber nicht zwangsläufig.

Denn der Weg vom Treibhauseffekt zur menschgemachten Klimakatastrophe ist gepflastert mit zahlreichen Annahmen. An die genannten Verstärkungsmechanismen kann man glauben oder nicht. Auch darf die Natur den Untergangspropheten nicht ins Handwerk pfuschen. Sehr viele Faktoren, die zu einem großen Teil nicht menschlicher Kontrolle unterliegen, stellen in Ausmaß und Wirkung noch immer große Unbekannte dar. Was geschieht mit der und durch die Wolkenbildung? Was macht die Sonne? Welche Folgen hätten häufigere Vulkanausbrüche? Was treibt die Strömungssysteme in den Ozeanen und wie werden diese sich entwickeln? Das Klima könnte sich aufgrund dieser Einflüsse beliebig schnell in eine beliebige Richtung wandeln, wärmer oder kälter, feuchter oder trockener, in vollständiger Gleichgültigkeit gegenüber unseren Anstrengungen.

Selbst ein Anstieg derTemperaturen in den kommenden Jahrzehnten um vier, fünf oder gar sechs Grad im globalen Mittel wäre immer noch nicht zwingend katastrophal. Alles, was die Klimakatastrophe zu bieten hätte, Fluten, Dürren, Stürme, Hagelschauer und Starkregen, begleitet  die Menschheit schon immer.Statistisch valide Belege für eine Zunahme von Extremwetterereignissen als Folge der bisherigen moderaten Erwärmung (etwa ein Grad in den vergangenen hundert Jahren) gibt es nicht, weder hinsichtlich ihrer Häufigkeit, noch ihrer Stärke. Wo ausreichend lange Zeitreihen existieren, etwa bei nordatlantischen Hurrikanen, zeigt sich eher das Gegenteil. Und in vielen Fällen, in denen eine Wirkung eines Klimawandels vermutet wird, überlagern lokale Faktoren der Landnutzungsänderung die globalen Einflüsse. Selbst der Meeresspiegelanstieg stellt bislang keine besondere Herausforderung dar. Ganz im Gegenteil: Die Landflächen auf der Erde wachsen, sogar an den Küsten durch Sedimentation. Die Menschheit ist ohnehin ziemlich gut darin, sich gegen die zerstörerischen Einflüsse der Natur zu wappnen. Nicht nur konnte sie alle Klimazonen des Planeten besiedeln und überall prosperieren, auch fordert schlechtes Wetter heute so wenig Todesopfer, wie noch nie zuvor in der Geschichte.

Viel Lärm um nichts?

Schon die Idee, es gäbe eine Wasserscheide bei zwei Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit, die eine erträgliche Zukunft von der Apokalypse trennt, stellt eine reine Spekulation ohne wissenschaftliche Basis dar. Trotzdem haben sich die Regierungen dieser Welt in Paris auf dieses Ziel verständigt. Im Rahmen einer „verbindlichen Absichtserklärung“, die keinerlei Sanktionsmechanismen enthält. Man hat sich zwar selbst aufgefordert, konkrete Emissionsminderungsziele zu benennen. Sollten diese aber in Summe nicht ausreichen, die Grenze einzuhalten, geschieht nichts. Sollte man die Ziele verfehlen, beispielsweise durch einfaches Nichthandeln, geschieht nichts. Der Weltklimavertrag ist in Wahrheit ein zahnloser Tiger in Bezug auf den Klimaschutz. Als diplomatisches Werkzeug für Forderungen an andere Vertragspartner (man denke an die Geldgier vieler Drittweltpotentaten) eignet er sich aber schon.  Anders wäre eine solche globale Einigkeit auch kaum möglich gewesen. Denn zwei Grad erweisen sich bei näherem Hinsehen als allzu ehrgeizig.

Aus Klimamodellen kann man zwar keine Grenze zwischen vertretbarer und unerträglicher Erwärmung ableiten. Wohl aber liefern die Computer der Klimaforscher die Menge an Kohlendioxid, die die Menschheit noch emittieren darf, will sie das politisch gesetzte Temperaturlimit nicht überschreiten. Das Zwei-Grad-Ziel ermöglicht rund 840 Milliarden Tonnen, ein Budget, das nach den gegenwärtigen Trends in etwa zwanzig Jahren ausgeschöpft wäre. Die wirklich böse Überraschung lautet zudem: Allein die bereits erschlossenen Vorkommen fossiler Energieträger beinhalten rund 940 Milliarden Tonnen. Die Politik hat sich also nicht nur dazu bekannt, die Entwicklung neuer Öl- und Gasquellen und neuer Kohleminen ab sofort zu verhindern, sie hat auch implizit entschieden, bereits laufende Projekte zu beenden.

Nun stellen die fossilen Energieträger die einzigen Primärenergiequellen dar, die weltweit unabhängig von Wetter und Geographie jederzeit und überall bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden können. Auf sie zu verzichten, würde daher automatisch Mangelsituationen hervorrufen und Optionen zur Generierung von Wertschöpfung und Wohlstand ausschließen. Das trifft die aufholenden Volkswirtschaften Südamerikas, Asiens und Afrikas besonders hart. Das trifft aber auch die etwa fünfzig Länder, die Kohle, Öl oder Gas exportieren und damit wesentlich ihren Staatshaushalt finanzieren. Wie will man eigentlich Staaten wie den Iran oder Kuwait, wie China, Russland oder Australien dazu bewegen, ihr schwarzes Gold im Boden lassen? Man sollte sich den ewig lächelnden Ban Ki Moon an der Spitze einer Kolonne aus UN-Elektropanzern ausmalen, die auf dem Weg zur Besetzung saudischer Ölquellen mangels Ladesäulen im Wüstensand steckenbleiben, um die Irrationalität des Pariser Vertragswerks zu erkennen.

Die durch die Hölle gehen

Obwohl das Abkommen am Ende vielleicht nur ein Thema für die UNO bietet, mit dem sie ihre Existenz trotz jahrzehntelangem Versagens in ihrer eigentlichen Aufgabe, der Verhinderung von Kriegen, rechtfertigen kann, obwohl es vielleicht nur als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Diplomaten, Schlagzeilenlieferant für Medien und Geldquelle für mitunter dubiose Klimaforschungsinstitute und Klima-Denkfabriken taugt, kann man angesichts der Einigkeit der im Bundestag vertretenen Parteien in dieser Frage für Deutschland Schlimmeres erwarten.

Schließlich eignet sich eine Klimaschutzagenda besonders für die typische deutsche Leidenschaft, sich reale und konstruierte Probleme der Welt auf die Schultern zu laden, um diese entweder gleich im Alleingang zu lösen oder sich zumindest als leuchtendes Vorbild feiern zu lassen. Wer sich heute noch lustig macht angesichts der Forderung der Grünen, die Zulassung von Benzin- und Dieselmotoren im Straßenverkehr ab 2030 zu verbieten, dem könnte das Lachen bald im Halse stecken bleiben. Denn erstens versammeln die grünen Parteien (CDU, SPD, Grüne und Linke) hierzulande noch immer mehr als 70 Prozent der Wähler hinter sich und zweitens ist dieser Ansatz zwingend und folgerichtig. Die Klimaziele erfordern, Kohle, Erdöl und Benzin in den kommenden zwanzig Jahren vollständig aus allen Wertschöpfungsketten zu verbannen. Denn wo immer und wie immer sie gebraucht werden, Kohlendioxid fällt als Abfallprodukt aus energetischen Gründen auf jeden Fall an. Da kann ein Verbot von Verbrennungsmotoren in Automobilen nur der Anfang sein. Eisenbahnen, Flugzeuge und Schiffe gibt es auch noch.

Bereits eingeleitet wurde eine Energiewende mit dem Zweck, Kohle und Gas aus der Stromproduktion zu entfernen. Hohe Stromkosten und sinkende Versorgungssicherheit sind gegenüber dem Weltuntergang das geringere Übel. Dann geht es der Grundstoffindustrie an den Kragen. Ohne Kohle gibt es keinen Stahl mehr, kein Glas, keinen Zement und keine Keramik und ohne Erdöl keine Kunststoffe. Letztere machen ja ohnehin nur Ärger, man denke an Plastikmüll. Wer mit Erdgas oder Öl heizt, kann schon mal anfangen, für eine neue Anlage zu sparen. Unvorstellbar? Der Staat könne doch nicht vorschreiben, welches Auto man kauft, wieviel Strom man verbraucht, welche Heizung man verwendet? Doch, kann er und wird er, solange die Deutschen nicht die Kraft aufbringen, ihn daran zu hindern. Er wird am Ende sogar die Größe des Bildschirms vorgeben, auf dem man Tichys Einblick liest und wann man ihn einschalten darf.

Die neue Wirtschaftsordnung, von der die Klimaschützer träumen, vernichtet nicht nur die Arbeitsplätze in der Öl-, Gas- und Kohleindustrie. Sie vernichtet auch die meisten Arbeitsplätze in den Wirtschaftszweigen, die mit der Weiterverarbeitung und Veredelung dieser Rohstoffe ihr Geld verdienen. Und das betrifft, genau betrachtet, fast alle Branchen. Bis auf das Friseurhandwerk vielleicht. Haare kann man auch bei Kerzenlicht schneiden, mit Scheren, die der Schmied um die Ecke im Holzkohlefeuer hergestellt hat. Holzkohle? Vermag Biomasse eine Zukunft zu vermeiden, in der wir alle davon leben, uns gegenseitig die Haare zu schneiden? Nein, Biomasse steht bei weitem nicht in den Mengen zur Verfügung, die zur Substitution fossiler Kohlenwasserstoffe erforderlich wären. Und außerdem weisen das Abholzen von Wäldern und die Anlage weiträumiger Monokulturen – man ahnt es schon – eine negative Klimawirkung auf.

Die beschriebene Ökodiktatur ist längst keine Phantasie mehr. Sie wurde unter der Bezeichnung „Große Transformation“ vom „Wissenschaftlichen Beirat für globale Umweltfragen“ bereits beschrieben. Neben der Energiewende und der Förderung der Elektromobilität orientieren sich auch aktuelle Strategiepapiere der Bundesregierungan dieser Vorgabe, vom „Grünbuch Energieeffizienz“ bis hin zum „Klimaschutzplan 2050“. Deutschland könnte tatsächlich der einzige Idiot sein, der wirklich ernsthaft versucht, die Vorgaben des Weltklimavertrags zu erfüllen. Zumindest lösen wir damit ungewollt das Problem des durch Wohlstandsgefälle ausgelösten Migrationsdrucks. Von dem 2014 verstorbenen Publizisten Peter Scholl Latour ist der Satz überliefert: „Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, der wird selbst Kalkutta.“ Ich möchte in Anlehnung an den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und ohne damit eine Geringschätzung von Senegalesen ausdrücken zu wollen, dieses Zitat ergänzen durch „Wer sich zum Senegal macht, ist für senegalesische Migranten nicht mehr attraktiv.“

Der Klimapräsident

Die Einheit, mit der der Bundestag dem Pariser Abkommen beigetreten ist, öffnet zudem der Kanzlerin einen Lösungsweg für eine weitere aktuelle Frage. Ein im Sinne des Zwei-Grad-Ziels wirksamer Klimaschutz würde unsere Gesellschaft tiefgreifender verändern, als die Zuwanderung der jüngsten Vergangenheit und der nahen Zukunft. Ein wirksamer Klimaschutz wäre ein Pfad in Mangel und Verzicht in jeder Hinsicht. Um die Bevölkerung auf diesem Weg anzuleiten und sie zu motivieren, bedarf es einer Führungspersönlichkeit mit Überzeugung und Überzeugungskraft, die jenseits des politischen Alltagsgeschäfts jederzeit die Menschen ansprechen und erreichen kann. Welch glücklichen Umstand daher die Vakanz des Amtes des Bundespräsidenten darstellt! Wer könnte die bevorstehende Transformation besser verkörpern, als ihr Erfinder selbst. Wer könnte für das „Zwei-Grad-Ziel“ besser eintreten und werben, als einer seiner Väter? Wer könnte die Notwendigkeit zu einem wirksamen Klimaschutz besser erläutern, als ein mit akademischen Weihen versehener einflussreicher und mit Auszeichnungen überhäufter Klimaforscher?

Der zudem allein durch seine persönliche Bekanntschaft mit allen moralischen Instanzen der Moderne, vom verstorbenen Nelson Mandela über den Papst bis hin zu Claudia Roth, selbst eine solche geworden ist? Der als überparteilicher Kandidat für ein Thema steht, dem sich fast alle Parteien verpflichtet fühlen, und dadurch für die breite Mehrheit der Delegierten der Bundesversammlung wählbar ist? Der die Kanzlerin seit vielen Jahren berät und ihr daher persönlich nahe steht? Genau, ich meine den jüngst erst mit dem „Energie-Effizienzpreis für Norddeutschland 2016 in der Kategorie Wissenschaft der Stadtwerke Hannover“ ausgezeichneten Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber, gegenwärtig noch Leiter des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung PIK und als solcher mit schmelzenden Gletschern ebenso vertraut, wie mit wutbürgerlichen Klimaskeptikern.

Ich bin zwar nicht vorschlagsberechtigt, aber auf diesem Weg möchte ich ihn trotzdem für das Amt des Staatsoberhauptes empfehlen. Klimaschutz bedeutet, einem Problem, dessen Existenz man lediglich vermutet, mit Maßnahmen zu begegnen, die es möglicherweise nicht lösen. Maßnahmen, die am Ende viel größere Verheerungen anrichten, als es ein Klimawandel je könnte. Dieser blinde Aktionismus würde durch die Wahl Schellnhubers zum Bundespräsidenten wunderbar abgerundet.

Buchbesprechung zum Klimazirkus in Paris

Besprechung von Thilo Spahl (entn. v. Achgut):

Das Buch zum kommenden Klimazirkus in Paris

Ab 30. November gastiert der UN-Klima-Wanderzirkus in Paris. Die Öffentlichkeit darf sich schon mal auf eine Flut von Katastrophen-Meldungen einstellen. Roger Pielke Jr., Professor für Umweltforschung an der Universität von Colorado, hat das (un)passende Buch dazu geschrieben: “The Rightful Place of Science: Disasters and Climate Change”.

Dass sich das Klima ändert, ist unumstritten. Es gibt indes zwei große Kontroversen. Die erste fragt nach der Rolle des Menschen. Als Klimaskeptiker werden gemeinhin jene Debattenteilnehmer bezeichnet, die den Wandel in erster Linie als natürliches Phänomen betrachten und den menschlichen Einfluss für unbedeutend halten. Zu dieser Gruppe gehört Roger Pielke Jr., Professor für Umweltforschung an der Universität von Colorado, nicht. Das betont er, der die Erfahrung machen musste, als „Klimaleugner“ angegriffen zu werden, in seinem Buch The Rightful Place of Science: Disasters and Climate Change ausdrücklich.

Die zweite große Kontroverse schaut nicht auf die Verursachung, sondern auf die Folgen des Klimawandels. In dieser Debatte bezieht Pielke, dessen Arbeitsschwerpunkt der Einfluss des Klimawandels auf Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen ist, mit seinen Forschungsergebnissen Position. Er sagt: Dass heute Stürme und Unwetter immer größere Schäden verursachen, hat nichts mit dem Klimawandel zu tun. Wie kann er das behaupten? Für die meisten Menschen ist es keine Frage, dass das Klima verrücktspielt und wir darunter zu leiden haben. Wir hören es täglich. Wir lernen es von klein auf. „Klar ist: Der Klimawandel wird das Risiko von Wetterextremen in der Zukunft deutlich erhöhen. […] Die Kräfte der Natur, angeheizt durch den Ausstoß von Treibhausgasen, toben sich in Stürmen, Unwettern und sintflutartigen Regenfällen aus“, lesen wir in Unterrichtsmaterial, das Greenpeace deutschen Schulen zur Verfügung stellt.

„Die größeren Schäden durch Unwetter haben nichts mit dem Klimawandel zu tun“

Ein von der Weltbank herausgegebener Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung beginnt mit dem Satz: „Dramatische Klimaveränderungen und Wetterextreme betreffen schon Millionen von Menschen weltweit.“ Die meisten hinterfragen diese Auffassung nicht. In den Medien wird in der Berichterstattung zu Unwettern routinemäßig ein Zusammenhang zum Klimawandel hergestellt. So genannte Extremwetterereignisse werden von Naturphänomenen zu menschengemachten Katastrophen umgedeutet. Jeder Tornado, jede Flut, jede Hitzewelle, jeder Schneesturm ist heute mit einem Aufruf verbunden, den Klimawandel zu stoppen. Denn jeder von uns, so die Botschaft, könne die Folgen der steigenden Temperaturen schon am eigenen Leibe erfahren, wenn das Wetter mal wieder aus dem Rahmen fällt.

Extreme Berichterstattung

Die meisten Menschen halten es für selbstverständlich, dass Extremwetter immer häufiger vorkommen. Als gesicherte Erkenntnis kann jedoch nur gelten, dass Berichte über Extremwetter extrem zugenommen haben. Pielke zeigt in einer Kurve auf, wie oft der Begriff „Extremwetter“ während der letzten 50 Jahre in der New York Times auftauchte. Bis 2005 bleibt die Zahl der Artikel fast immer unter 20, danach schießt sie steil nach oben und erreicht im Jahr 2014 fast 180. Hat das mit dem Klima zu tun oder mit unserer Wahrnehmung? In seinem Ende 2014 erschienenen kurzen Buch fasst Pielke den Stand der Wissenschaft kurz zusammen. Er betont, dass er sich dabei vollständig auf die Fakten stützt, die auch in den letzten IPCC-Berichten enthalten sind. Diese regelmäßig erscheinenden Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change, in die Arbeiten einer sehr großen Zahl von Wissenschaftlern einfließen, sind die Basis dessen, was gemeinhin in der öffentlichen Debatte als der Konsens der internationalen Klimaforschung bezeichnet wird. Pielke bekräftigt seine Übereinstimmung mit den vom IPCC zusammengetragenen Forschungsergebnissen, indem er ausführlich zitiert. Er bezieht sich insbesondere auf den Sonderbericht „Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation (SREX)“ von 2012 sowie auf die Berichte „Climate Change 2013: The Physical Science Basis“ und „Climate Change 2014: Impacts, Adaptation, and Vulnerability.“ Es zeigt sich auch hier, dass man beim IPCC zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Entwicklung des Klimas insgesamt sehr differenziert beschreiben, und den oft alarmistischen Zusammenfassungen für Politik und Medien, auf die sich auch die Medien vor allem stützen, unterscheiden muss.

Die Fragestellung ist einfach: Wenn der Klimawandel einen Einfluss hat, dann müssten Extremereignisse durch ihn entweder häufiger oder stärker werden, oder beides. Ist das nicht der Fall, dann muss es andere Ursachen dafür geben, dass die volkswirtschaftlichen Schäden durch diese in den letzten Jahrzehnten dramatisch angestiegen sind.

Werden Unwetter immer häufiger und schlimmer?

Um zu entscheiden, ob sich beobachtbare Veränderungen im Wettergeschehen auf den Klimawandel zurückführen lassen, müssen diese immer vor dem Hintergrund natürlicher Variabilität gesehen werden. So ist etwa im Nordatlantik seit den 1970er-Jahren eine verstärkte Orkanaktivität zu verzeichnen. Diese bewegt sich jedoch im Rahmen der bekannten natürlichen Schwankungen im 20. Jahrhundert. Damit ist nicht auszuschließen, dass die Zunahme mit dem Klimawandel zusammenhängt. Es könnte sein, muss aber nicht. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man eine Veränderung nur dann einer Ursache zuschreiben, wenn man begründen kann, dass diese Ursache die wahrscheinlichste ist. Wenn vom 7. bis zum 12. August die Tageshöchsttemperatur kontinuierlich von 19 auf 31 Grad steigt, habe ich keinen Grund, nach außergewöhnlichen Ursachen zu suchen. Es reicht mir zu wissen, dass es sich um Temperaturen handelt, die im August normal sind.

Als Extremwetterereignisse werden große Hitze, sehr starke Niederschläge, tropische Wirbelstürme (Orkane bzw. Zyklone), Überflutungen, Tornados und Dürren bezeichnet. Laut IPCC ist im globalen Maßstab eine Zunahme extremer Hitze und extremer Niederschläge wahrscheinlich, jedoch keine von Orkanen, Tornados, Fluten und Dürren. In Hinblick auf die Temperatur habe mit einer mittleren Sicherheit weltweit die Länge und Häufigkeit von Wärmeperioden, einschließlich Hitzewellen, seit Mitte des 20. Jahrhunderts zugenommen. In Hinblick auf extreme Niederschläge schreibt die IPCC, es sei wahrscheinlich, dass es seit 1951 mehr Regionen mit einen statistisch signifikanten Anstieg als Regionen mit einem statistisch signifikanten Rückgang gegeben habe. Von allen Extremwetterereignissen verursachen Hitze und starke Niederschläge die geringsten Schäden, Orkane die bei Weitem größten. So hat etwa der Orkan Katrina im Jahr 2005 80 Milliarden US-Dollar gekostet und der „Tropische Zyklon 02B“ hat im Jahr 1991 in Bangladesch 138.000 Menschen getötet. Wenn wir von Naturkatastrophen reden und den Klimawandel verantwortlich machen, dann meinen wir vor allem solche Ereignisse – nicht einige Tage mit großer Hitze oder starkem Regen.

„Die Wahrheit fällt bei Greenpeace nicht zu sehr ins Gewicht“

Aufgrund der vorliegenden Daten lässt sich in den USA für das 20. Jahrhundert keine Zunahme bei der Häufigkeit oder Intensität von Orkanen feststellen. Laut IPCC ist eine solche auch für den Rest der Welt wenig wahrscheinlich. Der für die USA beobachtete Anstieg seit 1970 ist einfach dadurch zu erklären, dass in den 1970er-Jahren die Aktivität sehr gering war. (So, wie eine Höchsttemperatur von 19 Grad im August eben sehr gering ist und daher die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie danach wieder rasch ansteigt.) Die 1970er-Jahre sind der einzige Zeitpunkt in den letzten 150 Jahren, an dem man eine Kurve beginnen lassen kann, die dann bis heute ansteigt.
Was sagt Greenpeace? Überraschenderweise lesen wir im vorhin schon zitierten Unterrichtsmaterial den zutreffenden Satz: „Bei tropischen Wirbelstürmen glaubt der Weltklimarat nicht mehr an eine Zunahme.“ Nanu, war nicht weiter vorne im Text von den Kräften der Natur die Rede, die sich angeheizt durch den Ausstoß von Treibhausgasen in Stürmen austoben? Wie so oft versucht die Organisation, die Wahrheit nicht gänzlich unerwähnt zu lassen. Hauptsache, sie fällt in der Gesamtdarstellung nicht zu sehr ins Gewicht.

Was für tropische Wirbelstürme gilt, gilt auch für Flutkatastrophen, Tornados und Dürren: Es fehlen Hinweise auf eine Zunahme bei der Häufigkeit oder Intensität. Für Tornados kann Pielke sogar einen deutlichen Rückgang zeigen. Mit Werten von 2005 berechnet, betrug der durchschnittliche Schaden in den USA zwischen 1950 bis 1981 jährlich 7,6 Milliarden, im Zeitraum von 1982 bis 2013 waren es nur noch 4,1 Milliarden. Für Dürren spricht der IPCC von einer mittleren Wahrscheinlichkeit, dass sie seit den 1950er-Jahren in Länge und Intensität zugenommen haben, insbesondere in Südeuropa und Westafrika. Gleichzeitig seien sie in anderen Regionen seltener, weniger intensiv oder kürzer geworden, beispielsweise in Nordamerika und Nordwestaustralien. Pielke hat Auswertungen für Buschfeuer in Australien vorgenommen. Auch hier zeigt sich: Sie sind nicht schlimmer als früher.

Warum wachsen die Katastrophenschäden so stark an?

Wenn die Unwetter nicht zunahmen, warum melden dann die Versicherungen immer neue Rekordschadenssummen? Die Ursache ist offenbar, dass heute sehr viel größere Werte vorhanden sind, die durch das Wetter vernichtet werden können. Einfach gesagt: Wenn vor hundert Jahren einem Tornado nur fünf unversicherte Scheunen in die Quere kamen, heute jedoch am selben Ort zwei Dutzend gut versicherte Villen stehen, dann ist es kein Wunder, dass die Statistiken weitaus größere Schäden ausweisen. Um zu ermitteln, welche Rolle diese höheren Werte der gefährdeten Objekte spielen, wurden Studien durchgeführt, bei denen simuliert wurde, welche Schäden historische Stürme verursachen würden, wenn sie in gleicher Stärke am gleichen Ort in der heutigen Zeit wüten würden. Das Ergebnis: Das Wetter der Vergangenheit würde heute die gleichen Schäden verursachen, wie das Wetter der Gegenwart es tut. Die größeren Werte erklären die höheren Schäden vollständig. Die Suche nach anderen Ursachen erübrigt sich. Der Klimawandel wird als Verantwortlicher nicht benötigt. Daraus ergibt sich auch eine klare Handlungsempfehlung: Wer Schäden vermeiden will, sollte nicht versuchen, die Veränderung des Klimas zu beeinflussen, sondern angemessenen Katastrophenschutz betreiben.

„Wer Schäden vermeiden will, sollte angemessenen Katastrophenschutz betreiben“

Natürlich, so Pielke, haben Kritiker seiner Arbeit, die ihm Verharmlosung vorwerfen, Recht, wenn sie sagen, er könne nicht beweisen, dass der Klimawandel keinen Einfluss auf Extremwetterereignisse hat. Es verhalte sich nicht anders als bei Außerirdischen oder Gott. Niemand kann beweisen, dass sie nicht existieren. Das ist auch nicht die Aufgabe der Wissenschaft. Er zitiert den Philosophen Bertrand Russell, der im Zusammenhang mit der Frage nach der Existenz Gottes einmal sagte: „Wenn ich behaupten würde, zwischen Mars und Erde ziehe eine Porzellanteekanne ihre elliptischen Bahnen um die Sonne und vorsichtshalber noch hinzufügte, die Teekanne sei zu klein, um von unseren leistungsstärksten Teleskopen entdeckt zu werden, könnte niemand meine Behauptung widerlegen. Aber wenn ich jetzt noch sagen würde, da meine Behauptung nicht widerlegt werden könne, sei es nicht zu tolerieren, sie zu bezweifeln, sollte man zu Recht von mir denken, dass ich Unsinn rede.“

Innovationen statt Illusionen

Im abschließenden Kapitel des Buches widmet sich Pielke der internationalen Klimapolitik. Er formuliert ein „ehernes Gesetz“, das lautet: Während es überall auf der Welt Menschen gibt, die bereit sind, einen gewissen Preis für den Schutz der Umwelt zu bezahlen, ist das Ausmaß der Bereitschaft insgesamt doch recht begrenzt. Global betrachtet stagniert die CO2-freie Energieerzeugung seit 1990 bei etwa 13 Prozent. Bei über 90 Prozent müsste sie nach vorherrschender Meinung liegen, um den Klimawandel zu stoppen. Um diesen Wert zu erreichen, müsste man von heute bis 2050 jeden Tag ein Atomkraftwerk oder 1000 Windräder in Betrieb nehmen und die Nutzung fossiler Energiequellen entsprechend reduzieren. Davon sind wir himmelweit entfernt. In Deutschland wurde im Jahr 2014 mit fast 1800 neu errichteten Windrädern, also immerhin etwa fünf pro Tag, ein neuer Rekord aufgestellt. Der Rest der Welt ist mangels vergleichbarer Subventionierung weit abgeschlagen. Global betrachtet hatten wir in den letzten fünf Jahren einen Zuwachs von knapp 40.000 Megawatt pro Jahr an installierter Windenergieleistung. [3] Das entspricht 16.000 Windrädern (à 2,5 MW) pro Jahr oder 44 pro Tag. Es fehlen also noch 956 zum Sollwert. Aber vielleicht können wir den Restbedarf von 2200 Prozent ja mit Solarzellen decken?

Pielke bezeichnet die Auffassung als großen Irrtum, mit der globalen Energiewende gehe es nicht voran, weil es an Aufklärung über die Gefahren des Klimawandels mangele. Die öffentliche Zustimmung für aktiven Klimaschutz sei selbst in den USA sehr hoch. Die Umfragen sind in dieser Hinsicht mehr als deutlich. Fehlende Einigkeit sei nicht der Grund, weshalb die globalen CO2-Emissionen partout nicht zurückgehen. Der Kampf gegen den vermeintlichen Einfluss von Klimaskeptikern sei nutzlos. Ebenso nutzlos, wenn nicht kontraproduktiv, sei es, die Wissenschaft zu frisieren und nur der „guten Sache“ dienliche Ergebnisse zu kommunizieren, um so die Folgen der Erwärmung zu dramatisieren, wozu auch er immer wieder aufgefordert wurde. Das tatsächliche Hindernis bestehe schlicht darin, dass trotz überwältigender prinzipieller Zustimmung zum Klimaschutz drastisch erhöhte Energiekosten so gut wie nirgends auf der Welt politisch durchsetzbar sind. Deshalb bleibe am Ende nur eine Devise: „Macht saubere(re) Energie günstig und schmutzige Energie wird schnell ersetzt werden.“ Jeder Klimaaktivist, der auf andere Weise sein Ziel erreichen will – durch Aufklärung längst überzeugter Bürger, Katastrophenbeschwörung oder Bekämpfung böser Klimaleugner –, vergeudet seine Energie. Wenn es eine Botschaft gibt, die es wert ist, verbreitet zu werden, dann diese unbequeme Wahrheit. Die meisten Klimaschutzaktivisten sind in dieser Hinsicht leider wahre Meister der Verdrängung.

„Macht saubere Energie günstig und schmutzige Energie wird schnell ersetzt werden“

Nur massive technische Innovation führt zu billiger, sauberer Energie. Doch Fortschritt und Innovation werden durch Katastrophengläubigkeit und eine in der Klimarettergemeinde virulente Verzichtsideologie behindert. Pielke versucht, dennoch optimistisch zu bleiben. Er fordert, groß und großmütig zu denken: „Öffentliche Unterstützung für Energieinnovation könnte dadurch erreicht werden, dass wir den höheren Energiebedarf der Welt einsehen und das Recht von Milliarden von Menschen anerkennen, in gleichem Maße Zugang zu Energie zu erhalten, wie ihn die Reichsten überall auf der Welt heute haben. Ein Appell für Chancen und Wachstum wird stets stärkere politische Unterstützung finden als die Forderung nach höheren Kosten und Grenzen.“

Klima-Monitoring-Beitrag von Dr. Christ (23.3.15)

Klima – Monitoring

Dr. Horst Walter Christ*

In den “VDM Mitteilungen“, Heft 194 wurden die jährlichen globalen Mitteltemperaturen aus dem Zeitraum 2010 bis 2013 gemäß der in Europa benutzten HadCrut4-Reihe sowie der in Nordamerika verwendeten GISS-Reihe der NASA und der NCDC-Reihe der NOAA und ihre Entsprechungen für die einzelnen Monate von Januar 2013 bis Juli 2014 sowie gleitende Zwölf-Monatsmittel für die ersten 7 Monate des Jahres 2014 veröffentlicht. Um aus diesen Werten Klimatrends ablesen zu können, hatte ein ehemaliges DWD-Vorstandsmitglied angeregt, 30-jährige gleitende Mittel zu berechnen. Dieser Anregung wurde für den Zeitraum von 1901 bis 2013 Rechnung getragen.

Von einer Veröffentlichung der sich daraus ergebenden Zahlenwerte wurde jedoch abgesehen, da diese suggerierten, dass der Klimawandel selbst in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts mit einer kontinuierlichen durchschnittlichen Erwärmungsrate von 0,015 K noch voll im Gange sei, was im Widerspruch zu der aktuellen Datenlage steht. Darüber verunsichert wandte sich der Verfasser an den DWD (Geschäftsbereich KU).

Dort gab man ihm den Rat, anstelle der 30-jährigen gleitenden globalen Temperaturmittel künftig im Einklang mit dem IPCC 10-jährige gleitende globale Temperaturmittel zu berechnen. Diese sind in der Tabelle aufgeführt.

                     

Dabei hatte sich jedoch eine kleine Komplikation ergeben, die darin bestand, dass die Fortschreibung des Zahlenwerkes über das Jahr 2013 hinaus nicht mehr möglich war, wenn man denn die Angaben der HadCrut4-, der GISS- und der NCDC-Reihen mittelte. Bei der erstgenannten Reihe wurde nämlich das Datenformat so radikal geändert, dass daraus die globalen Mitteltemperaturen nicht mehr direkt entnommen werden konnten. Es wurde deshalb eine Beschränkung auf die beiden US-Reihen der NASA und der NOAA vorgenommen.

Wie man aus dem vorstehenden Zahlenwerk unschwer erkennen kann, ist der Klimawandel in den letzten Jahren fast zum Stillstand gekommen, was allerdings in der meteorologischen Wissenschaft hinlänglich bekannt ist.

Der im 20. Jahrhundert beobachtete Anstieg der globalen Mitteltemperatur von fast 1 K, der in der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts ziemlich ausgeprägt war, kommt in diesen gleitenden Mittelwerten ebenfalls gut zum Ausdruck.

          Keine Korrelation zwischen Temperatur und CO2

Außerdem räumt dieses Zahlenwerk mit dem Irrglauben eines vermeintlichen Zusammenhangs zwischen dem Kohlendioxyd-Gehalt der Atmosphäre und der globalen Erwärmung gründlich auf.

Obwohl sich nämlich der jährliche Kohlendioxydeintrag in die Atmosphäre in den ersten 15 Jahren dieses Jahrhunderts gegenüber den in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts beobachteten Werten verdreifacht hat, wurde aktuell keine signifikante Änderung der bisherigen Gleichmäßigkeit der Zunahme des atmosphärischen CO2-Gehaltes beobachtet – geschweige denn eine diesem Tatbestand entsprechende Temperaturzunahme.

Abb. (eingefügt von der Redaktion): Vergleich Anstieg der fossil erzeugten CO2 Emissionen (oben) mit der CO2 Gesamtkonzentration unten.


Es erhebt sich deshalb die Frage nach dem Verbleib des vermehrt freigesetzten Kohlendioxyds. Diese Frage wird neuerdings von der Ozeanographie dahingehend beantwortet, dass das CO2 teilweise vom Ozean aufgenommen wird, wodurch die Meere zunehmend versauern.

Auch für die Frage nach der Ursache für die in den letzten Jahren ausgebliebene globale Erwärmung scheint es jetzt Antworten zu geben : 

Im DWD wurde nämlich erklärt, dass die in den Klimamodellen vorhergesagte Erwärmung gar nicht mehr für die Atmosphäre zur Verfügung stehe, sondern in tiefere Schichten des Ozeans abgeflossen sei. Dort wird man sie allerdings schwerlich nachweisen können.

Der Verfasser, der schon seit geraumer Zeit den anthropogen CO2-bedingten Klimawandel in Zweifel gezogen hatte, vertrat bisher die Meinung, dass die globale Erwärmung durch das ENSO-Phänomen moduliert werde. So hatte er in Anbetracht der sich im Jahr 2014 anbahnenden ENSO-Warmphase (El Nino) ein Ende der gegenwärtigen Erwärmungspause erwartet.

Allerdings zeigt sich der allmählich in den monatlichen Werten deutlich werdende Anstieg der globalen Mitteltemperatur im Jahr 2014 noch wenig überzeugend im 10-jährigen gleitenden globalen Mittel. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, da bisher die in Gang gekommene ENSO-Warmphase nur sehr schwach ausgeprägt war.

Abgesehen davon war der Verfasser sehr erstaunt über das Verhalten des Hurrikans ANA im Oktober 2014. Dieser schwächte sich nach der Überquerung der geographischen Breite des Hawaii-Archipels zunächst auf seiner nach Norden gerichteten Zugbahn infolge abnehmender Wasser-Temperaturen zum tropischen Sturm ab, verstärkte sich aber in einem mehr als 1000 km nördlich von Hawaii gelegenen Seegebiet erneut kurzzeitig zum Hurrikan und wurde selbst auf dem 40. Breitengrad noch als tropischer Sturm geführt. Dieses Verhalten ist für tropische Wirbelstürme über dem mittleren Nordpazifik recht ungewöhnlich; es ist auf eine große Ausdehnung eines Gebietes mit erhöhten Wassertemperaturen über weiten Teilen des Nordpazifiks zurückzuführen. Der Verfasser konnte sich zunächst keinen rechten Reim daraus machen, denn er konnte keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der sich anbahnenden ENSO-Warmphase erkennen.

                     Problem-Lösung: PDO und IPO

Der Schlüssel zur Lösung des Problems fand sich am 24. Februar 2015. An diesem Tag erschien in dem Blog des Direktors der privaten  Meteorologie-Firma Wunderground, Dr. Jeff Masters, ein Beitrag von Bob Henson zur Pazifischen Dekadischen Oszillation (PDO = Pacific Decadal Oscillation) und der Interdecadal Pacific Oscillation (IPO).

Dabei handelt es sich um Perioden von 10 oder mehr Jahren, in denen großflächig über dem Pazifik Areale mit positiven Wassertemperaturanomalien auftreten bei gleichzeitiger Häufung von starken ENSO-Warm-Phasen, denen entsprechende Zeitabschnitte mit Arealen großflächiger negativer Anomalien folgen, begleitet von nur schwach ausgeprägten ENSO-Warmphasen. Gerade sei eine solche Periode mit einer negativen Anomalie zu Ende gegangen. Deshalb werde sich nunmehr auch der bisher von der Atmosphäre zum Ozean gerichtete Wärmefluss umkehren, weshalb künftig wieder von einer verstärkt einsetzenden globalen Erwärmung auszugehen sei. Eine Erklärung für den Antrieb dieser Modulationen sei jedoch noch nicht gefunden worden.

Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Erkenntnisse verifizieren lassen.

Jedenfalls weisen auch sie darauf hin, dass der Klimawandel nicht anthropogen bedingt sein kann und die Bemühungen der Weltgemeinschaft um einen “Klimaschutz“ der Lächerlichkeit preisgegeben sind.

Gegenwärtig hat es den Anschein, dass es in Politik und Gesellschaft weniger um das Klima geht, sondern vielmehr um die Verminderung des Kohlendioxydeintrags in die Atmosphäre. Dabei erhebt sich die Frage, wie diese Denkweise überwunden werden kann, also wer für den Transport der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Politik und in die Gesellschaft in Frage kommen kann. Dies könnten die 4 nachstehenden Player sein :

a) Einzelkämpfer    b) Verbände    c) Parteien   d) Lobbies

Wahrscheinlich läuft alles letzten Endes auf d) hinaus. Eine andere Frage ist dabei noch, ob Politik und Gesellschaft überhaupt willens – oder besser gesagt – fähig sind, sich diese Erkenntnisse anzueignen.

Nicht zuletzt einer verfehlten Bildungspolitik, bei der die heran wachsende Generation mit einer Vielzahl von Sachverhalten konfrontiert wird, die bereits im kindlichen und jugendlichen Alter zu Streß-Situationen führt, ist es zu verdanken, dass die Auseinandersetzung mit dem Stoff weitgehend auf der Strecke bleibt. Damit wird die Gesellschaft zur Manipulations-Masse erzogen. Die wenigen einsamen Rufer in der Wüste haben dann nur geringe Chancen, die Gesellschaft aus ihrer Lethargie und der damit einher gehenden Daten-Blindheit zu erlösen.

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)* Dr. Horst Walter Christ ist Vorsitzender des Verbandes Deutscher Meteorologen (VDM); Der vorstehende Aufsatz ist erschienen in den MITTEILUNGEN des VDM, Heft 197 (68. Jg.), 21.März 2015, S. 3-10 ;

Inventur nach Kopenhagen

Inventur nach Kopenhagen*) von Friedrich-Karl Ewert**)
„Weltweiter Kater nach dem Klimagipfel“
hat die Neue Westfälische am 21.12.2009 ihren Leitartikel überschrieben.

Und passend zu diesem Ausgang ächzte der Nordosten der USA und Europa, sowie inzwischen auch China, unter Tiefsttemperaturen und Schnee, gerade so als wollten uns Sonne und Erde sagen: „Hey, wir sind Chef und bestimmen das Wetter!“ Vielleicht wurde ‚Kater’ unbewusst gewählt, aber die Zustandsbeschreibung trifft den Nagel auf den Kopf: Einen Kater bekommt man, weil man zu viel getrunken hat. Genau das trifft zu! Was hat den Kater verursacht? Was sind die Fakten? Was wäre zu folgern?

I . AUSLÖSER DER TRUNKENHEIT

Die Faktoren, die in unseren Gesellschaften aus Angst vor einem Klimawandel das kritische Denken eingeschränkt haben, sind vielfältig. Es scheint, als waren zu Anfang – und sind es immer noch – Leute am Werk, die mit großem Engagement und Tatkraft vielleicht Gutes im Sinn hatten, die aber von der Hauptsache keine Ahnung haben, nämlich von der Erde und ihrem Klima.

Gründung des IPPC

Zwischen ca. 1947 und 1976 erfuhr die Erde eine sehr deutliche Abkühlung; Ende der 70er Jahre wurde schon eine Eiszeit befürchtet, was den amerikanischen Journalisten Lowell Ponte ein spektakuläres Buch schreiben ließ – The cooling: has the next ice age began? Can we survive it? Nach der Abkühlung folgte zwischen 1980 und 2000 eine überdurchschnittliche Erwärmung.

Nur wer ausschließlich den Gegensatz zwischen diesen beiden Phasen bewertete, konnte auf den Gedanken einer globalen Erwärmung kommen – vorausgesetzt, er wusste nicht, dass Klimaentwicklungen nicht für so kurze Zeitabschnitte beurteilt werden dürfen, oder es waren keine klimatologische sondern politische Beweggründe ausschlaggebend. Die folgenden Zitate aus dem Interview mit dem Zeitzeugen Hartmut Bachmann in der WELTWOCHE vom Juli 2009 beweisen, dass politische Motive bestimmend waren:          *Maurice Strong, erster UNEP-Direktor: „Besteht nicht die einzige Hoffnung für diesenPlaneten in dem Zusammenbruch der industriellen Zivilisation? Liegt es nicht in unsererVerantwortung, dafür zu sorgen, dass dieser Zusammenbruch eintritt?“                   • Prof. Dr. Stephen Schneider, Lead Author in Working Group of the IPCC, sagte 1989: „Deshalb müssen wir Schrecken einjagende Szenarien ankündigen, vereinfachende, dramatische Statements machen und wenig Erwähnung irgendwelcher Zweifel, die wir haben mögen, machen. Um Aufmerksamkeit zu erregen brauchen wir dramatische Statements und keine Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entscheiden, wie weit er eher ehrlich oder eher effektiv sein will.“ „…eher effektiv…“ bedeutet ja, gegen die Wirklichkeit der Fakten zu handeln. Was waren das für Leute? Dass dieses Konzept grundsätzlich dumm ist, konnte man doch damals auch schon wissen, denn über kurz oder lang würde sich die Wirklichkeit nicht mehr verdrängen lassen und das Konzept als Betrug entlarvt werden. Das Schicksal des Kommunismus hätte ihnen ein Beispiel sein können: Das „morgen geht es uns besser“ ist verbraucht, wenn morgen erreicht ist. Inzwischen ist morgen erreicht, denn viele Prognosen erweisen sich als falsch, und deren Gegenteil ist eingetreten. ClimateGate zeigt, wie das verschleiert werden sollte.

Definition ‚Klima’

Die WMO hat das ‚Klima’ als statistischen Mittelwert des Wetters von 30 Jahren definiert.
Folglich sind zwei Perioden á 30 Jahre nötig, um zu erkennen, ob das Klima gleich geblieben ist oder sich verändert hat. Eine Änderung liegt nur dann vor, wenn der Mittelwert nach Ende der zweiten Periode sich von dem der ersten unterscheidet.
Schon zu Beginn seiner Tätigkeit, also Ende der 1980er Jahre, hat der IPCC den „Globalen Klimawandel“ diagnostiziert und damit souverän diese WMO-Definition missachtet, denn danach darf man einen Klimawandel immer erst feststellen, wenn sich in der zweiten 30-Jahre-Periode das Klima deutlich anders entwickelt hat als in der vorhergehenden. Nach der Abkühlungsphase 1947-1976 hätte man bis zum Ende der zweiten Periode um 2010 abwarten müssen, um nach der WMO-Definition diesen Vergleich anstellen zu dürfen. Erst wenn auch diese Periode durchgehend wärmer gewesen wäre, hätte man definitionsgemäß einen Klimawandel diagnostizieren dürfen – vorausgesetzt die Erwärmung ab 1980 wäre nicht schon vorher zu Ende gegangen, was dann ja tatsächlich eingetreten ist, denn um 2000 hat eine neue Abkühlungsphase begonnen. Statt mit der Beurteilung bis 2010 zu warten, wusste der IPCC schon wenige Jahre nach Beginn dieser Periode, dass es einen globalen Klimawandel gibt. Dieser Ablauf bestätigt die politische Motivation der Gründung.

Temperaturschwankungen oder Klimawandel

In den Medien ist der Begriff Klimawandel allgegenwärtig, und obwohl die Physik bestrebt ist, Systeme zu definieren, wird in der öffentlichen Diskussion nirgendwo gesagt, was einen Klimawandel ausmacht. Ist das Fehlen einer klaren Definition Absicht?
Wenn heute die Sonne scheint und es morgen regnet, oder wenn auf einen etwas zu kalten Sommer ein etwas zu warmer Winter folgt, oder wenn sich die Mittelwerte zweier Perioden nur wenig voneinander unterscheiden und folglich unsere Lebensumstände nicht beeinflussen, ist das nur eine Temperaturschwankung. Solche Schwankungen gab es immer. Wie groß müssen die Veränderungen sein, damit eine Temperaturschwankung zum Klimawandel wird?
Wurde der Klimawandel bisher nicht definiert, um einfache Temperaturschwankungen als Klimawandel behandeln zu können? Gegenwärtig wird etwas beurteilt, was nicht definiert ist. Dabei kann man nur etwas beurteilen, das man kennt. Alle reden vom Klimawandel, aber keiner weiß, wann er anfängt – anscheinend nicht in der Wissenschaft und schon gar nicht in den Medien.
Dabei ist die Unterscheidung zwischen Temperaturschwankung und Klimawandel schon lange möglich: Es wurden Klimaklassifikationen etabliert, beispielsweise von KÖPPEN + GEIGER, die die Klimate der Welt auf der Grundlage der Klimaelemente (Temperatur, Niederschlag …) in Klimaregionen einteilen, wobei die Regionen jeweils mehrere Klimazonen umfassen, die durch spezifische Klimaformeln definiert sind. Für Berlin und weite Teile Deutschlands gilt die Klimaformel Cfb, für Mailand und Oberitalien Cfa, wobei Cf ein warmgemäßigtes immerfeuchtes Klima beschreibt, und der dritte Buchstabe zwischen den Mitteltemperaturen der Sommermonate unterscheidet: Cfa > 22°C; Cfb < 22°C; Cfa kennzeichnet die Klimazone von Mailand und Oberitalien, Cfb von Berlin und weiter Teile Deutschlands.
Die Orte einer Klimazone können unterschiedliche mittleren Jahrestemperaturen haben. Sie betragen für Berlin-Dahlem 8,8° und für das etwas wärmere Frankfurt/Main 9,73°, d.h. der Unterschied innerhalb dieser Klimazone beträgt 0,93°. Das zur wärmeren Klimazone gehörende Mailand hat eine Durchschnittstemperatur von 12,77°. Die Unterschiede zwischen Berlin/Frankfurt und Mailand betragen 3,97° bzw. 3,04°. Diese Unterschiede rechtfertigen die Folgerung, dass kleine Temperaturänderungen als Schwankungen bzw. entsprechend große als Klimawandel zu klassifizieren sind. Eine absolute Grenze lässt sich nicht festlegen, näherungsweise könnte sie zwischen 1,5 und 2° liegen.

Dominanz der herrschenden Meinung

Ab welcher Grenztemperatur der Klimawandel nun auch immer beginnen soll, angeblich die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler hat ihn bewiesen. Jedenfalls wurde das in den Medien sooft behauptet und wiederholt, dass inzwischen daraus eine Art Glaubensbekenntnis geworden ist, dem man kaum noch zu widersprechen wagt. An der Front des Wissens gibt es gegensätzliche Auffassungen. Solange sich Erscheinungen und Verhaltensweisen experimentell nachweisen lassen, ist die Klärung relativ einfach: die Experimente werden wiederholt, und wenn die Ergebnisse gleich sind, ist die Hypothese bestätigt. Beim Thema Klimawandel ist die Klärung schwieriger: die Veränderungen erfolgen langsam und betreffen entweder den ganzen Globus oder sind regional begrenzt. Da Experimente nicht möglich sind, bedarf es zumindest der freien Diskussion, um Argumente auszutauschen und um damit der Sache auf den Grund zu kommen. Die umfassende Information und offene Diskussion ist in Deutschland – und womöglich auch in anderen Ländern – in den letzten Jahren zunehmend behindert worden: Viele und darunter auch prominente Beispiele belegen, dass kritische Beiträge von den Zeitungen nicht publiziert wurden. In TV-Diskussionen waren kontroverse Meinungen unerwünscht, alberne Gemeinplätze waren dagegen wohlfeil. Beispielsweise durfte Klaus Töpfer bei Anne Will unwidersprochen behaupten, es „käme jetzt darauf an, den Planeten vor dem Ruin zu bewahren!“. Und nicht wenige sprechen von der Rettung der Erde. Zur angemessenen Einordnung unserer Bedeutung für diesen Planeten sei daran erinnert, dass, wenn man seine 4,5 Milliarden Jahre mit einem Jahr vergleicht, es uns Menschen erst wenige Minuten vor Sylvester-Mitternacht gibt. Unendlich viele Pflanzen- und Tierarten haben vor uns die Erde bevölkert, und nach uns wird es andere geben. Jedenfalls werden das Weltall und die Erde nicht ihre Entwicklungsgesetze ändern, nur weil wir vorübergehend Quartier genommen haben.

Die Behandlung in den Medien bestand in den letzten Jahren praktisch aus den unbewiesenen – und unbeweisbaren – Behauptungen der Klimawandelenthusiasten, die ständig wiederholt wurden und sich bei jedem Durchgang verstärkten. Da widersprechende Fakten nicht publiziert wurden, kannte man sie nicht. Man hat sich selbsthypnotisch immer stärker davon überzeugt, dass der Klimawandel und unsere Urheberschaft wissenschaftlich anerkannte Tatsachen seien. Dassdie Realität anders ist, kann man überzeugend im Internet erfahren (z.B. „Klimaschwindel“). Der Mechanismus der sich selbstbestätigenden Überzeugungen ist nicht neu; in diktatorischen Regimes werden realitätsfremde Utopien zur Staatsräson erhoben und sichern so dem Apparat den Machterhalt. Ein Beispiel für die selektive Enthaltsamkeit unserer Medien: Vom 8.-10. März 2008 fand in New York die 2. Internationale Klimakonferenz der Klimarealisten statt, an der ca. 800 auch sehr prominente Wissenschaftler teilgenommen, und sogar der tschechische Staatspräsident. Weder unseren Zeitungen noch unseren TV-Anstalten war das eine Meldung wert, lediglich die Wiener Zeitung hat ausführlich darüber berichtet.

Filme und Bilder

Die TV-Anstalten etc. strahlen dramatische Filme über die angeblich schlimmen Folgen des Klimawandels aus. Soweit reale Geschehnisse gezeigt werden, wurden sie jeweils in der Gegenwart gefilmt, aber nie mit früheren Abläufen ähnlicher Art verglichen. Dafür werden möglichst spektakuläre Erscheinungen ausgesucht, beispielsweise Hochwässer, Überflutungen, Wüstenbildungen, Massensterben von Tieren infolge Dürre etc., die in unseren Klimaten schon immer aufgetreten sind – beispielsweise ein 500-jähriges Hochwasser. Sie sollen die nach einem Klimawandel vorkommenden Szenarien illustrieren. Es ist nicht seriös, mit Bildern von unseren außergewöhnlichen Wetterereignissen eine angeblich veränderte Welt von morgen vorzutäuschen, Die großen Hochwasser, Überflutungen etc., die zur Zeit bei uns selten auftreten, sind in den vergangenen
Jahrhunderten periodisch oder episodisch immer wieder gehäuft vorgekommen. Offensichtlich sollen solche Filme Angst bzw. Opferbereitschaft erzeugen, und da scheint der Zweck die Mittel zu rechtfertigen. Solche Filme sind keine verantwortungsvolle Berichterstattung, denn sie vermitteln von der Welt nach einem Klimawandel eine falsche Vorstellung. Die angebliche Gefahr des Treibhausgases CO2 wird in den Medien mit dunklen Dampfwolken illustriert, die aus Schornsteinen oder Kühltürmen aufsteigen. CO2 ist unsichtbar und die Wolken bestehen aus Wasserdampf. Bilder sind bekanntlich wirksame Instrumente der Propaganda – und das ist denn auch die Absicht, mit Sicherheit aber kein verantwortungsvoller Journalismus.

Indoktrinierung der Kinder

In einer Tageszeitung sieht man im Kreise von Kindern eine Lehrerin, die ihre Schützlinge über das gefährliche CO2 ‚aufklärt’, nicht selten wird es sogar schon als giftig hingestellt. CO2 ist lebensnotwendig, denn die Pflanzen stellen aus CO2 und Wasser mittels Photosynthese Traubenzucker her, und damit alle weiteren Nahrungsmittel. Außerdem ist CO2 Teil der Atemluft. Wie sollen Kinder ein gesundes Gefühl für die Natur entwickeln können, wenn man sie schon im Grundschulalter derart indoktriniert?

Wissenschaftsgläubigkeit

Das Publikum ist größtenteils nicht in der Lage, wissenschaftliche Erkenntnisse zu beurteilen und nimmt sie schnell für bare Münze. Wer von einem Forschungsgebiet die Grundlagen nicht versteht, kann verständlicherweise nicht erkennen, ob ein Ergebnis richtig ist. Es ist tägliche Praxis, dass in der Regel nicht hinterfragt wird, was wissenschaftlich ermittelt wurde. Das gilt umso mehr, je prominenter die Institutionen und die Persönlichkeiten sind. In unserer Leistungsgesellschaft wird Prominenz auch in der Wissenschaft leider nicht selten vorrangig durch Vermarktungskompetenz erworben. Statt Wissenschaftsgläubigkeit wäre – ausnahmsweise – Lenin angebracht, nämlich: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Auf gut demokratisch heißt das: angstfreie, transparente und unbehinderte Diskussion.
Das umso mehr, als auch im Grenzgebiet des Wissens für die Forschung das Prinzip von Versuch und Irrtum gilt. Ein junger Forscher antwortet auf die Frage nach seiner gegenwärtigen Arbeit: „Ich bereite meinen nächsten Irrtum vor“. Natürlich bleibt man mit dieser ironischen Selbsteinschätzung unter sich, aber sie erklärt, warum vom jeweils erarbeiteten Wissen nur ein kleiner Teil Bestand hat, während der weitaus größere früher oder später widerlegt sein wird.
Viele der heutigen Gewissheiten zum Klimawandel werden nur eine kurze Lebensdauer haben – die IPCC-Prognosen zum Anstieg des Meeresspiegels und der mittleren Globaltemperatur aus den 1990er Jahren sind heute schon überholt. Ein Beispiel: Für das Kaspische Meer haben 1995 mehrere Forscher einen kräftigen und schnellen Anstieg des Meeresspiegels bis 2010 voraus gesagt. Das Gegenteil trat ein: Schon 1996 begann der Spiegel zu fallen, 1997 sogar um 40 cm, um auf diesem Level bis 2005 zu verharren, neuere Daten liegen nicht vor.

Wissenschaftler

Die Wissenschaftsgläubigkeit ist die eine Seite der Münze, die hohe Wertschätzung der Wissenschaftler durch die Öffentlichkeit die andere. Aber wie uns die Geschichte lehrt, ist auch sie zu hinterfragen, denn Wissenschaftler verhalten sich heute nicht anders als früher:
• Wissenschaftler sind zunächst einmal Menschen wie du und ich, mit allen Stärken und
Schwächen; sie sind nicht alle gleich, sondern haben unterschiedliche Ideale, Qualitäts- und
Moralvorstellungen. Und nicht selten waren sie auch Straftäter und wurden rechtskräftig
verurteilt.
• Bisher hat noch jeder Zeitgeist seine Begründer, Rechtfertiger und Nutznießer gehabt.
Viele wurden schuldig, weil sie wegen ihrer Lebensumstände erpressbar waren, aber
viele haben sich freiwillig zur Verfügung gestellt, obwohl sie es nicht mussten. Ausbeutungen, Diktaturen, Kriege und Genozide – immer waren Wissenschaftler ihrer Zeit bereit, sie zu verteidigen.
• Auch Wissenschaftlern ist das Hemd näher als der Rock, denn auch für sie gilt das Prinzip
„Wem nützt es“. Nicht wenigen dient diese Klimawandel-Hysterie zur Profilierung,
sichert gutbezahlte Arbeitsplätze, Beachtung, Reputation, Einfluss und die Finanzierung
von Forschungsvorhaben und Reisemöglichkeiten.
Zum letzten Punkt sagte Hartmut Bachmann in dem eingangs zitierten Interview mit der Weltwoche auf die Frage „Warum vertreten auch viele Wissenschaftler das aktuelle Bedrohungsszenario“:
„Fast alle Institute der Welt, die sich mit dem Studium des Klimas befassen, sind staatliche
Institute. Die dort arbeitenden Angestellten sind Staatsdiener und liefern Ergebnisse
ab, die der Staat von ihnen erfordert. Die derzeitige ‚political correctness’ erwartet die
Bejahung der angeblichen Klimakatastrophe, wie sie die UNO via IPCC verkündet. Diese
angeblichen Wissenschaftler sind absolut in der Minorität. Aber sie haben die Macht.
Die anderen, die Majorität, haben keine Macht. Wir haben also international das Faktum,
dass eine Minorität – wie so oft in der Geschichte der Menschheit – eine Majorität
terrorisiert. Wenn morgen die Wahrheit zum Klima publiziert würde, wären Tausende
angeblicher Wissenschaftler ohne Arbeit … und die Medien eines ihrer ertragsreichsten
Themen los. Bei solchen gigantischen Ereignissen müssen Sie immer wieder fragen; cui
bono?“
Es gibt folglich keinen Grund, etwas grundsätzlich richtig zu finden, nur weil Wissenschaftler es so sehen. Zunächst müssen die Ergebnisse in einer freien Diskussion einer Prüfung standhalten. Zum Komplex ‚Globale Erwärmung’ hat diese Diskussion nicht stattgefunden – sie wurde weitgehend verhindert.
Das folgende Beispiel macht deutlich, dass auch Wissenschaftler Seriosität und Glaubwürdigkeit durchaus sehr subjektiv definieren: Prof. Dr. Schellnhuber, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforscher, beklagt in jedem öffentlichen Auftritt, dass die Politik nicht genug gegen die Erderwärmung tue. Er ist gleichwohl Mitautor einer Publikation, in der zu lesen steht: „Bei den allermeisten Stationen stellten wir keine Anzeichen für eine globale Erwärmung der Atmosphäre fest. Ausnahmen sind Bergstationen in den Alpen…“ (Physical Review, E68, 046133, 2003).

Beurteilungsfähigkeit der Parlamentarier

Im technisch-naturwissenschaftlich dominierten Zeitalter haben parlamentarische Parteidemokratien zwangsläufig das Problem, dass die meisten Abgeordneten den zu entscheidenden Gegenstand mangels ausreichender Kenntnisse fachlich nicht beurteilen können. Der verständliche Mangel an Fachwissen hindert manche Abgeordnete leider nicht daran, sich trotzdem zur Sache zu äußern. Nur ein Beispiel, O-Ton Siegmar Gabriel bei Maybritt Illner: „Der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist in den letzten 100 Jahren drama- tisch angestiegen, und er ist heute sogar noch wesentlich höher als in der Karbonzeit, in der sich die Kohle gebildet hat.“ Damals lag er bei über 1000 ppm, heute sind es 380 ppm!
Unsere Abgeordneten haben über technisch oder biologisch oder chemisch oder medizinisch oder physikalisch determinierte Projekte zu entscheiden. Bestenfalls 10% der Abgeordneten haben eine technische oder naturwissenschaftliche Ausbildung absolviert und können vielleicht noch beurteilen, ob die für sie vorbereiteten Entscheidungs- grundlagen dem Stand der Technik und der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen und plausibel sind. Die allermeisten Abgeordneten müssen dagegen über Sachverhalte entscheiden, die sie fachlich nicht durchschauen;bsie stimmen folglich so ab, wie es der Fraktionszwang gebietet. In Fragen der Energie- und Klimapolitik sind die Positionen oft meilenweit von der Realität entfernt – und das ist durchaus parteiübergreifend, denn die meisten Abgeordneten huldigen inzwischen dem Zeitgeist vom menschengemachten Klimawandel!
Auch für die Mehrheit der Parlamentarier gilt die schon behandelte Dominanz der herrschenden Meinung und deshalb stimmen sie mit einem Großteil der Bevölkerung und vor allem mit den Medien in der Anerkennung des von uns verursachten Klimawandels überein. Während widersprechende Fakten ausgeblendet werden, bekräftigt die Wiederholung der sich selbstbestätigenden Argumente die Überzeugung, dass der Klimawandel und unsere Urheberschaft eine wissenschaftlich allgemein anerkannte Tatsache seien. Auch das ist ein Auslöser der Trunkenheit, die den Kopenhagener Kater erzeugt hat.

Kenntnisstand von Umweltaktivisten

Es gehört wohl zum deutschen Volkscharakter, dass ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung sich für vernünftig erscheinende Ziele sehr engagieren kann, und zumeist sind das vor allem Jugendliche.
Green ? – Germany first! Bei den Umweltverbänden sind sie besonders häufig vertreten.
Leider ist das Engagement nur selten mit Sachverstand gepaart, wie folgende Begebenheit bezeugt:
(Zitat aus einem Leserbrief, erschienen in der FAZ vom 14.01.2010, Nr. 11/Seite 17):
Ich wurde kürzlich auf dem Westenhellweg an einem Stand des „BUND“ von einem Mitarbeiter auf CO2 angesprochen. Danach folgte folgendes Gespräch: “Wie hoch ist denn der Anteil des CO2 in der Luft?“ Antwort: „Hoch“. „Wie hoch denn?“, „Sehr hoch“
„Wie viel Prozent?“ „Weiß ich nicht.“ „Was ist denn sonst noch in der Luft?“ Keine
Antwort, nur ein staunendes Gesicht; „Haben Sie schon mal etwas von Sauerstoff gehört?“ „Ja, sicher, Sauerstoff ist in der Luft.“ „Wie viel Prozent denn?“ „Weiß ich
nicht“; Meine Antwort: „21 Prozent“; das erschien ihm glaubhaft. Neue Frage: „Was ist
denn sonst noch in der Luft ? Haben Sie mal etwas von Stickstoff gehört?“ „Ach ja,
sicher, Stickstoff ist auch noch in der Luft.“ Wie viel Prozent?“ „Weiß ich nicht.“ Meine
Erläuterung: „Etwa 78 Prozent“. Mein Gesprächspartner drehte sich um und sagte:
„Das glaube ich Ihnen nicht, das kann nicht stimmen, denn dann bleibt ja für CO2 nichts
mehr übrig“, drehte sich um und ging. Er hatte diesmal fast recht. Es sind nur 0,038 Prozent CO2 in der Luft.

Die Diskrepanz zwischen den Realitäten und dem ‚Wissen’ der Engagierten ist besonders groß beim Thema Atomkraft und Endlagerung. Siegmar Gabriel und Claudia Roth brechen dabei alle Rekorde.

Fazit

Die Trunkenheit hat bewirkt – bei manchen mehr, bei anderen weniger, und nicht in allen Ländern gleich – , dass sich ein Teil der Bevölkerung, vornehmlich der Politiker und der Medien, der Trunkenheit des menschengemachten Klimawandels hingegeben hat. Der Chaos-Gipfel von Kopenhagen hat ihnen nun einen schweren Kater beschert, und wie soll man damit nun fertig werden?
Vielleicht fängt man von vorne an, indem man sich auf die Fakten konzentriert, und die
Computer erst mal in die Ecke stellt, denn als es die noch nicht gab, haben wir gemessen und beobachtet und bedacht, und sind damit gut zurecht gekommen.

II . FAKTEN

Temperaturänderungen

Vor 300 Jahren ging die Kleine Eiszeit zu Ende und danach hat sich die Temperatur erholt. Sie ist seitdem weltweit im Mittel um 0,7° C angestiegen, aber auch nicht überall auf der Erde, denn in manchen Regionen hat sie sich um 0,5°C sogar verringert. In diesen 300 Jahren verlief die Rückerwärmung nicht gleichmäßig, sondern wurde von Phasen der Abkühlung unterbrochen – beispielsweise zwischen 1947 und 1976, oder nach 2002, als eine neue Abkühlungsphase begann.
Die Rückerwärmung erfolgte außerdem nicht überall auf der Erde, sondern es gab auch
immer benachbarte Regionen, deren Temperaturen sanken. Solche Regionen gab es sogar in der überdurchschnittlichen Erwärmungsphase zwischen 1980 und 2000.
Wie in den Jahrhunderten zuvor gab es auch in den letzten 300 Jahren lediglich Temperaturschwankungen üblichen Ausmaßes, ein globaler Klimawandel lässt sich aus den realen Temperaturmessungen nicht erkennen; ein wirklicher Klimawandel erforderte auch sehr viel größere Änderungen. Der ‚Globale Klimawandel’ ergibt sich nur aus Modellrechnungen – ohne Computer wäre dieses Phantom nie geboren worden.

Abtauen der Gebirgsgletscher

Die Gletscher in den Alpen, in Nordamerika, im Himalaja und im Karakorum begannen um
1830 – aber auch nicht gleichmäßig – zu schmelzen, und zwar wegen der Erwärmung nach dem Ende der Kleinen Eiszeit. Anthropogenes CO2 spielte damals noch keine Rolle, denn das wurde erst mit der verstärkten Förderung von Kohle, Erdöl und Erdgas ab 1920 relevant, also ca. 80 Jahre später.

Vergletscherung der Polargebiete

Um den Nordpol ist das Wasser durchgehend mit Eisschollen bedeckt. Das jeweils im Winter stattfindende Anwachsen des Eisrandes war bis Anfang 2007 geringer als das sommerliche Abschmelzen, so dass sich die Fläche insgesamt verkleinerte. Ab 2007 hat sich die Entwicklung umgekehrt: das winterliche Anwachsen ist seitdem größer als das sommerliche Abschmelzen; per saldo hat sich die Eisfläche vergrößert hat, nämlich bis 2009 um ca. 0,74 Mio km², das ist die 2,1-fache Fläche Deutschlands. Nicht alle erinnern sich noch an Archimedes, der im antiken Griechenland erkannte, dass „ein Körper beim Eintauchen in eine Flüssigkeit soviel von seinem Gewicht verliert, wie die von ihm verdrängte Flüssigkeit wiegt“. Eis ist leichter als Wasser und schwimmt, mit seinem größten Teil allerdings unter der Wasseroberfläche. Dank dieser Eigenschaften wird der Meeresspiegel nicht steigen, wenn der schwimmende Eisschild völlig abschmelzen würde – wie in der Klimadebatte von vielen befürchtet wird, erstaunlicherweise auch von Physikern.  Grönland und die Antarktis tragen ausgedehnte und mächtige Eispanzer. Bei einer globalen Erwärmung soll ihr Abschmelzen den Meeresspiegel ansteigen lassen. Tatsächlich ist das Gegenteil wahrscheinlich: Einerseits werden sich wegen der Erwärmung die Niederschläge vergrößern. Andererseits werden sich die Temperaturen in beiden Regionen zwar erhöhen, aber immer noch tief unter dem Gefrierpunkt bleiben, so dass die Niederschläge weiterhin als Schnee fallen. Die Eisspeicher werden deshalb eher mächtiger, und der Meeresspiegel wird eher sinken als ansteigen. Die angeblich gefährdeten Eisbären haben seit ihrer Entstehung vor der letzten Eiszeit schon zwei Kaltzeiten überstanden, die jeweils 100.000 bis 200.000 Jahre andauerten. Zwischen beiden gab es die Eem- und Holstein-Warmzeiten, sie dauerten ca. 11.000 bzw. 25.000 Jahre und hatten auf der Nordhalbkugel ein erheblich wärmeres Klima als heute. Selbst nach dem Ende der letzten Eiszeit war es insgesamt über zwei Drittel der Zeit wärmer als heute. Wenn es denn wirklich erforderlich wäre, würden die Eisbären solche wärmeren und eisärmeren Zeiten überleben, denn ihre Gene haben Zwischeneiszeiten längst programmiert. Übrigens gab es um 1950 ca. 5000 Eisbären, heute sind es über 25.000. Und ca. 600 bis 800 werden jährlich von Jägern getötet.

Meeresspiegel

Der Nordseespiegel ist zwischen 1600 und 1800 mit ca. 4 mm/a und zwischen 1800 und 2000 mit ca. 2 mm/a angestiegen. Das wird sich noch einige Zeit fortsetzen, weil der Meeresboden und die umgebende Küstenregion isostatisch absinken. An den Küsten der Malediven, Tuvalu und Vanatu sowie den Inseln der Karibik variiert der Meeresspiegel periodisch aber erhöht hat er sich in den letzten Jahrzehnten nicht.  Flache Küsten schützt man vor Hochwässern mit Deichen. Sollte es stichhaltige Beweise für künftige Meeresspiegelanstiege geben, wäre es unsinnig, jetzt schon die Deiche zu erhöhen oder neue zu bauen. Es wäre statt dessen vernünftig, den Beginn solcher Anstiege abzuwarten, denn in unserem technischen Zeitalter können Deiche von vielen Metern Höhe in wenigen Jahren gebaut werden, während der Meeresspiegel im schnellsten Falle mit einigen Millimetern pro Jahr ansteigen würde. Ein solches Konzept gestattet eine angemessene Anpassung der Maßnahmen an die Bedürfnisse.                                                   

Bangladesh

In Oberitalien hat der Po mit seinen Sedimenten dafür gesorgt, dass die ehemalige Küstenstadt Ravenna heute ca. 9 km landeinwärts liegt. Das ist bei Bangladesh nicht anders: Ganges und Brahmaputra verlagern mit ihrer Sedimentfracht die Küste ständig seewärts.                                                                                                                

Anthropogenes CO2

Anthropogenes CO2 kann nicht der Verursacher einer bedrohlichen Erderwärmung sein, denn dies ist schon physikalisch nicht möglich: Selbst bei einer Verdopplung des gesamten CO2-Gehaltes der Atmosphäre würde die globale Erwärmung nicht mehr als 0,7°C betragen. Nach dem Lambert-Beerschen Absorptionsgesetz erfolgt die weitere Erwärmung degressiv, d.h. jede zusätzliche 0,7°-Erhöhung erfordert jeweils eine weitere Verdopplung der Konzentration, wie das folgende Beispiel zeigt:
• + 0,7° C benötigt eine Konzentrationserhöhung von 380 ppm auf 760 ppm;
• + 0,7 °C benötigt eine Konzentrationserhöhung von 760 ppm auf 1520 ppm;
• + 0,7° C benötigt eine Konzentrationserhöhung von 1520 ppm auf 3040 ppm.
Die Politik fordert, dass unser CO2-Ausstoß so begrenzt werden muss, dass dieser höchstens einen Temperaturanstieg von 2°C bewirken darf, sonst wäre eine irreversible Eskalation der Erwärmung nicht mehr zu verhindern. Schon das obige Beispiel zeigt, dass diese Forderung grundsätzlich unsinnig ist, denn der CO2-Gehalt der Atmosphäre müsste geradezu verachtfacht werden, um einen solchen Temperaturanstieg überhaupt bewirken zu können. Selbst wenn der Mensch technologisch dazu in der Lage wäre, ist dieses Ziel wegen der begrenzten fossilen Brennstoffe nicht erreichbar. Dem 2°-Ziel liegt außerdem ein weiterer und grundsätzlicher Trugschluss zugrunde: solche Erwärmungen hat es wiederholt gegeben, irreversible Eskalationen haben sie nicht ausgelöst.
Mindestens vier weitere Fakten beweisen außerdem, dass die anthropogene CO2-Produktion nicht die Temperatur bestimmt, sondern dass sie nach wie vor von der Sonne gesteuert wird:
a) Um ca. 2000 hat eine neue Abkühlungsphase begonnen, die CO2-Konzentration steigt
trotzdem.
b) Die Gletscherschmelze begann schon 80 Jahre vor der gesteigerten CO2-Produktion infolge Verbrennung von Kohle, Öl und Gas – die Ursache kommt immer noch vor der Wirkung;
c) Erwärmungen sind in früheren Jahrhunderten schneller erfolgt als in der Gegenwart.
d) In der geologischen Vergangenheit gab es die größten Vergletscherungen bei viel größeren CO2-Gehalten.

Versauerung der Ozeane

Die Diskussion um den Klimawandel ist seit einiger Zeit um die ‚Versauerung der Ozeane’ ergänzt worden, weil der pH-Wert sich von 8,2 auf 8,1 erniedrigt hat.
Der Begriff ‚Versauerung’ ist falsch, denn die Zahlen belegen lediglich eine Verringerung der Alkalität, denn mit pH = 8,1 befinden sich die Meere immer noch im alkalischen Bereich und eine mehr als zehnfache Veränderung wäre notwendig, um ab pH =7 das Wasser wirklich sauer werden zu lassen
Der Begriff ‚Versauerung’ – schlimmer noch: Übersäuerung – wurde vermutlich gewählt, um den Eindruck einer Verschlechterung des Zustandes der Meere zu erwecken. Wenn die Vermutung stimmt, wussten die Urheber dieses Begriffes nichts von den Wachstumsbedingungen tropischer Korallenriffe: mehr CO2 befördert ihr Wachstum, das gleichzeitig CO2 wieder verbraucht.
Grundsätzlich ist zu bezweifeln, dass dieser Komplex überhaupt beurteilt werden kann, denn repräsentative Langzeitmessungen über den pH-Wert der Meere liegen sehr wahrscheinlich nicht vor, und noch weniger sind deren regionale und tiefenabhängige Schwankungen bekannt. Auf welcher Basis wollte man beurteilen, ob und in welchem Maße und mit welcher Periodizität der pH-Wert sich überhaupt ändert?

III . SCHLUSSBEMERKUNGEN

Umweltschutz – Klimaschutz

Die Bevölkerungszahl wird weiter zunehmen und immer mehr Menschen streben nach einem besseren Lebensstandard. Unsere Ansprüche an die Natur werden infolgedessen noch stärker wachsen. Umweltschutz ist daher dringend und absolut erforderlich.
In Kopenhagen wurde in der Diskussion oft von Klimaschutz gesprochen, wenn Umweltschutz gemeint war. Zwischen Umweltschutz und Klimaschutz ist jedoch klar zu unterscheiden, denn es sind verschiedene Komplexe:
• Umweltschutz umfasst die Maßnahmen zum Schutz der irdischen Lebensräume und Ressourcen.
• Klimaschutz setzt voraus, dass die Energiezufuhr zur Erdoberfläche durch uns beeinflusst
werden kann. Die Energiezufuhr wird aber in erster Linie von der Einstrahlung der Sonne
und viel weniger von der Wirkung des Treibhauseffektes bestimmt.

Einflussfaktoren des Klimas

Die Sonne zeichnet sich durch eine nahezu konstante Energieabstrahlung aus. Geringe Veränderungen
dieser Abstrahlung werden primär von Sonnenfleckenperioden verursacht. Sie treten in
mehreren Zyklen von jeweils unterschiedlicher Dauer auf, die sich gegenseitig überlagern können.
Diese Abstrahlungsunterschiede haben auf die Erderwärmung nur einen geringen Einfluss.
Wesentlich größer ist der Effekt durch das gleichzeitig auftretende starke Magnetfeld, das als Sekundärfaktor die kondensationsfördernde kosmische Strahlung ablenkt und während dieser Zeit die atmosphärische Wolkenbildung verringert, die dann ihrerseits eine höhere Einstrahlung ermöglicht. Hierauf ist auch der Haupteinfluss auf die globalen Temperaturschwankungen der Vergangenheit zurückzuführen.
Temperatur und atmosphärische CO2-Konzentration verhalten sich weitgehend unabhängig voneinander
– trotz Abkühlung steigt gegenwärtig der CO2-Gehalt. Eine kausal begründbare Korrelation ist nicht nachgewiesen. Der Treibhauseffekt ist durch den Menschen nur marginal zu beeinflussen, wie vorher bereits ausgeführt wurde. Deshalb ist Klimaschutz durch den Menschen ebenso unmöglich wie der Schutz vor Erdbeben oder Vulkanausbrüchen! Zu glauben, wir Menschen könnten das Klima schützen – oder gar die Erde retten – , ist eingedenk der extrem unterschiedlichen Dimensionen von Erde und Mensch obszön – wir sind kleinste Ameisen auf einer riesigen Kugel.

Das 2°-Ziel

Das „2°-Grad-Kriterium“ ist als willkürlicher Zufallswert entstanden und zu verstehen. Es wurde 1977 in einer Abkühlungsphase unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten von W. D. Nordhaus eingeführt und basiert auf einer für die bisherige Menschheitsgeschichte angenommenen Mitteltemperatur.
Dafür gibt es weder eine Datenquelle noch eine seriöse naturwissenschaftliche Begründung.
Das 2°C-Ziel ist somit kein solide begründetes Kriterium.
Beim Klima kennen wir die wirksamen Faktoren ausreichend gut, und dementsprechend konnten in Deutschland die Leiter prominenter Fachinstitute (GFZ Potsdam, AWI Bremerhaven, Senkenberg (Frankfurt/Main) in einem gemeinsamen Zeitungsinterview bekunden, dass das 2°C-Ziel unsinnig ist. Auf der Tagung der genannten Institute am 2.und 3. 11. 2008 in Berlin (The Changing Earth) wurde diese Einschätzung bestätigt. Die Politik sollte nicht glauben, das besser zu wissen. Trotz dieses fachlich fundierten Urteils wird regierungsamtlich das Gegenteil verkündet, dass wir nämlich in der Lage seien, das Klima zu schützen – oder gar zu retten. Und bar jeden eigenen Fachwissens beschließen die Staatenlenker auf Gipfeltreffen, die Erderwärmung auf 2°C zu begrenzen, damit eine Klimakatastrophe verhindert werden kann.
Die Geschichte hat Papst Urban VIII dafür gescholten, dass er Galileo Galilei mit dem Bann belegte, obwohl der Papst gemäß dem Wissen seiner Zeit handelte. Bei der Diskrepanz zwischen dem heute verfügbaren Wissen und dem offiziellen 2°-Ziel kommt man auf den Gedanken, dass die Geschichte Urban VIII Unrecht getan hat, denn de facto ist die Situation heute schlimmer als zu Zeiten Galileis: beim Thema Klimawandel widerspricht die regierungsamtlich verordnete Handlungsweise eklatant unserem längst verfügbaren Wissen.

Primat der Fakten

Es ist eine Tatsache, dass sich im Laufe der Erdgeschichte das Klima ständig geändert hat und zwar ohne unseren Einfluss, denn es gab uns noch nicht. Auf die Frage des Autors an den Pressesprecher des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), warum man denn die geologischen Fakten nicht bewerte, antwortete er, dass man die historischen Gegebenheiten vernachlässigen könne, weil die Modellrechnungen die weitere Entwicklung genauer anzeigen. Hinweise von Geologen an modellrechnende Klimaforscher, man möge doch die aus der Erdgeschichte bekannten Klimaentwicklungen berücksichtigen, blieben unbeachtet. Sachlich wäre die gegenteilige Praxis richtig: Wenn Ergebnisse von Modellrechnungen den historischen Fakten widersprechen, sind die Berechnungen falsch. Es ist erstaunlich, dass Klimaforscher, die ihrer Ausbildung und Tätigkeit nach nur wenig von der Erde wissen können, überzeugt sind, alle und die richtigen Parameter für ihre Modellrechnungen zu kennen. Es muss daran erinnert werden, dass solche Modellrechnungen kaum das Grundprinzip von Wissenschaftlichkeit erfüllen: Die Nachprüfbarkeit des Modells oder der Eingaben durch andere ist nicht gegeben oder zumindest fraglich. Man kann an ein Symphoniekonzert denken: Dirigenten verwandeln gleiche Noten in ungleiche Hörerlebnisse. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Diese Erkenntnis von Sokrates scheinen viele Klimaforscher nicht zu kennen, denn anders ist nicht zu erklären, dass man den eigenen Berechnungen mehr vertraut als den Schlussfolgerungen, die sich aus den Fakten ergeben. Man scheint auch nicht zu wissen, dass viele der einstmals angeblich absoluten Gewissheiten der Wissenschaft von neuenErkenntnissen widerlegt wurden. Da machen auch die Vertreter der Theoretischen Physik keine Ausnahme, die sich intensiv mit Klimaprognosen beschäftigen, und die ihre Ergebnisse als der Weisheit letzten Schluss verkünden. Inzwischen wurde schon manche Modellrechnung von der Realität widerlegt, und auch das sollte Klimaforscher nachdenklich stimmen. Und auch die Erkenntnis von Miguel de Unamuno: „Praxis ohne Theorie ist Routine, Theorie ohne Praxis ist Illusion“.

„Corrigé la fortune“

Der Datendiebstahl aus dem Hadley-Computer hat Manipulationen aufgedeckt, die schon wenige Tage danach von der New York Times als ‚ClimateGate’ eingestuft wurden. Auch in anderen Zeitungen liest man in den letzten Wochen zunehmend Kritisches, beispielsweise über ausgesonderte oder manipulierte Temperaturmessungen oder vom zu schnellen Abtauen der Himalaja-Gletscher. Es wäre an der Zeit, die Richtigkeit, Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der IPCCDaten von einer neutralen und unabhängigen Institution überprüfen zu lassen. Ein schlimmes Resultat ist nicht auszuschließen.Was sich jedoch bei einer solchen Revision auch immer als ‚angepasste Wissenschaft’ entpuppen sollte, der entscheidende Sündenfall wurde schon vor der Gründung des IPCC begangen, also Mitte der 1980er Jahre: Bei Berücksichtigung  a) der Temperaturmessungen vor 1850 und        b) der CO2-Bestimmungen vor 1960 und in strikter Anwendung der WMO-Definition des Begriffes Klima hätte man nur wenige Jahre nach dem Ende einer deutlichen Abkühlungsperiode, die schon eine neue Eiszeit befürchten ließ, keinen globalen Klimawandel diagnostizieren dürfen.
Dass man dies entgegen den Klimakriterien trotzdem tat, beweist zweierlei: die Unkenntnis klimatologischer Grundlagen und die politische Motivation. Nachdem inzwischen mehr als 20 Jahre vergangen sind und Prognosen von der Wirklichkeit widerlegt wurden, versucht man nun, die Fehlprognosen unter neuen Falschaussagen zu verbergen. Wir können nur hoffen, dass sich der „Fluch der bösen Tat“ nicht auch weiterhin auf diese Weise fortsetzt.                                                                              

Umdenken

In den letzten Wochen scheint beim Klimawandel ein Umdenken begonnen zu haben, und das sogar mit wachsender Tendenz; auch die Zeitungen veröffentlichen zunehmend kritische Berichte.
Das Umdenken hat mehrere Ursachen: 1) Das Scheitern von Kopenhagen, 2) die Nachrichten über Datenmanipulationen, 3) die nicht mehr zu unterdrückenden und von den Klimarealisten erläuterten Fakten, 4) die immer noch nicht bewiesene – weil nicht beweisbare – Abhängigkeit zwischen der Temperatur und dem CO2-Gehalt, 5) die sich zunehmend verbreitende Erkenntnis, dass IPCC-Prognosen von den inzwischen eingetretenen Entwicklungen widerlegt worden sind, und 6) nicht zuletzt ein strenger Winter lassen immer mehr Menschen an der Prognose ‚menschengemachter Klimawandel’ zweifeln.

Was wäre zu tun?

Auf der oben genannten Berliner Tagung wurde gefolgert, dass viele Klimafaktoren noch nicht ausreichend bekannt und verstanden sind. Dazu passt, dass sich inzwischen Prognosen als falsch herausgestellt haben, die ursprünglich als Meilensteine verkündet wurden – weder der Meeresspiegel noch die globalen Temperaturen steigen wie vorausberechnet. Der Meeresspiegel der Weltmeere ist über 18 Jahre konstant geblieben und die Temperaturen sinken sogar. Auch diese beiden Entwicklungen sind im voraus nicht erkannt worden.
Jetzt wäre es zweckmäßig, erst mal eine Zeit lang zu messen und zu beobachten, um zu sehen, was vom prognostizierten Klimawandel bestätigt wird. Wahrscheinlich wird sich die um 2000 begonnene Abkühlung fortsetzen, und damit wird auch der Glaube an den Klimawandel einschlafen.
Wenn Politiker sagen, dass sie handeln müssen, um eine mögliche Gefahr abzuwenden, dann sollten sie auch die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens und die Kosten gegeneinander abwägen.
Ab einem bestimmten Missverhältnis sind Investitionen zur Abwehr einer noch möglichen aber nicht mehr wahrscheinlichen Gefahr nicht mehr zu rechtfertigen. Außerdem ist die von uns Menschen schon immer geübte Anpassung an neue Gegebenheiten die bessere und effizientere Methode mit Änderungen fertig zu werden, als der extrem teure aber ergebnislose Versuch, die naturbedingte Gefahren zu vermeiden.
Das Gebot zu handeln, um eine mögliche existentielle Gefahr abzuwenden, erfordert zwangsläufig, die Rangfolge solcher Gefahren einzuschätzen. Selbstverständlich sollte man sich zuerst auf jene konzentrieren, die der Wahrscheinlichkeit nach am häufigsten auftreten – irgendwo auf der Welt. Wirkliche und globale Klimawandel rangieren auf einer Prioritätenliste ziemlich weit hinten.
Der von Björn Lomborg initiierte Kopenhagener Konsens offeriert hierzu hilfreiche und
wertvolle Vorschläge.
Nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen wurden Stimmen laut, man müsse nun in Deutschland trotzdem alleine weitermachen und für den Klimaschutz wenigstens unsere eigene CO2-Produktion verringern. Selbst wer entgegen den physikalischen Fakten glaubt, anthropogenes CO2 bestimme maßgeblich unser Klima, wird diese Absicht hoffentlich aufgeben, wenn er ausrechnet, welche Temperaturverminderung durch eine national begrenzte Anstrengung erreicht werden könnte – sie liegt bei einer 40%igen Reduktion der CO2-Emmission bis mindestens 2050 im Bereich von Tausendstel Grad Celsius.
Eine von der Sonne verursachte Erwärmung müssen wir ertragen wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Warmzeiten dem Leben auf der Erde gut bekommen sind, während Abkühlungen Hunger mit sich brachten.
Statt unsere Energien im Kampf für den Klimaschutz ergebnislos zu verbrauchen, sollten wir sie auf Umweltschutzmaßnahmen konzentrieren, und da bieten beispielsweise Erdbeben ein lohnendes Investitions- und Betätigungsfeld: Selbstverständlich kann man Erdbeben nicht verhindern, aber man kann ihre Schäden und ihre Opferzahlen minimieren. In Japan und Kalifornien wird das seit langem erfolgreich praktiziert. So forderte das Gilan-Beben im Iran 1990 30.000 – 50.000 Tote, während ein gleich starkes Beben im gleichen Jahr in Kalifornien nur 84 Menschenleben kostete. Die Schäden eines Erdbebens sind nicht nur seiner Stärke geschuldet, sondern auch einer nicht angepassten Besiedlung und Bauweise. Die Schäden des Erdbeben auf Haiti zeigen dies überdeutlich. Es würde sich auszahlen, dort – und in anderen gefährdeten Gebieten – in angepasste Besiedlungen und eine stabilere Bauweise zu investieren.
Das Phantom ‚Klimawandel’ hat sich inzwischen zu einer Pseudoreligion entwickelt und da
Menschen ein Glaubensbedürfnis haben, pilgern sie in Scharen zu den Klimakonzilien. Jedes kostet einen vielstelligen Millionenbetrag und endet zwangsläufig mit einer Enttäuschung. Das Geld wäre sinnvoller für direkte Maßnahmen des Umweltschutzes ausgegeben statt für den internationalen Konferenztourismus.

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*) Dieser Beitrag ist keine wissenschaftliche Publikation, weshalb keine Quellen zitiert werden, die jedoch im Bedarfsfalle für alle genannten Fakten zur Verfügung gestellt werden können.
**) Prof. Dr. Friedrich-Karl Ewert, 33014 Bad Driburg, Mozartstr. 15, T. 05253-3883, ewert.fk@t-online.de

Krise der europäischen Klimapolitik

China, Indien und die Krise der europäischen Klimapolitik

Benny Peiser, Liverpool John Moores University, UK

Die europäische Klimapolitik steckt in einer tiefen Krise. Einen Ausweg
aus der politischen Sackgasse scheint derzeit nicht in Sicht. Das hat nicht
zuletzt die Bonner Klimakonferenz gezeigt, die letzte Woche ohne
nennbare Fortschritte zu Ende gegangen ist.
In sechs Monaten wird sich die internationale Gemeinschaft in
Kopenhagen treffen, um über ein neues internationales Klimaabkommen
zu entscheiden. Die Chancen für eine Übereinkunft zwischen Industrieund
Entwicklungsländern stehen freilich schlecht.
Denn eine Lösung der festgefahrenen Verhandlungen hängt nicht zuletzt
von der Zahlungsbereitschaft westlicher Industriestaaten ab. So bleibt
auch der übermorgen beginnende EU-Gipfel bleibt beim Thema
Klimafinanzierung and Technologietransfer tief gespalten. Daran ändern
auch die dramatischen Appelle von Klimawissenschaftlern und die
Demonstrationen zahlloser Umweltorganisationen nichts.
Bedeutende Entwicklungsländer, allen voran China und Indien, sprechen
sich gegen rechtlich verbindliche Reduzierungen ihrer CO2-Emissionen
aus. Selbst eine von der EU und der US-Regierung geforderte relative
Reduzierung, also eine Verlangsamung des erwarteten
Emissionsanstieges, dürfte ohne milliardenschwere Finanz- und
Technologietransfers für Entwicklungsländer kaum akzeptabel sein. Denn
die Entwicklungsländer, allen voran China und Indien, fordern als Preis
ihrer Unterschrift unter ein globales Klimaabkommen westliche Finanzhilfe
und Technologietransfers in Höhe von 200 bis 300 Milliarden Dollar – im
Jahr.
Die Situation ist also verfahren: Ohne rechtlich verbindliche Zusagen
Chinas und Indiens sind weder die USA noch die EU bereit, unilaterale
Verpflichtungen – ganz zu schweigen von milliardenschwere Finanzhilfen –
einzugehen. Dass die Uno-Klimaverhandlungen vor dem Scheitern stehen,
mag niemand offen eingestehen. Kommt es allerdings in Kopenhagen
nicht zu einer Einigung, wird man einfach weitermachen wie bisher – mit
zahllosen neuen Klimakonferenzen in aller Welt. Aller Wahrscheinlichkeit
nach wird so die Klimapolitik auf die lange Bank geschoben.
Eine Tatsache wird nämlich immer klarer: Die Auseinandersetzung um den
Klimawandel und wie man am besten damit umgeht wird nicht auf der
Basis wissenschaftlicher Argumente entschieden. Regierungen und
Parlamente treffen ihre Entscheidungen letztendlich nach Maßgabe
nationaler Interessen – das heißt aufgrund knallharter wirtschaftlicher und
politischer Erwägungen. Das ist der zentrale Kern meines Vortrages.
Nirgendwo kann diese These besser beobachtet werden als in Europa, wo
sich die traditionelle Klimapolitik der 80er und 90er Jahre mit
wachsendem öffentlichen Widerstand und wirtschaftlichen Turbulenzen
konfrontiert sieht.
Klimapolitik spaltet EU
Die Strategie der EU gegen den Klimawandel wurde von vielen
Regierungen ursprünglich als ein politisches Instrument der europäischen
Integration betrachtet. Vor 15 Jahren waren viele Strategen noch davon
überzeugt, dass die unilateral Klimapolitik der Europäischen Union einen
neuen Sinn und verstärkte Legitimität verleihen würde.
Heute sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Während Europa
wirtschaftlich stagniert, stehen die asiatischen Riesen China und Indien
am Beginn eines Wirtschaftsbooms, der das 21. Jahrhundert mehr und
mehr bestimmen wird. Angesichts dieser geopolitischen
Machtverschiebungen ist der naive Glaube an die Kraft unilateraler
Umweltpolitik kaum noch haltbar. Eine wettbewerbsverzerrende
Klimapolitik hat denn auch zu wachsender Konfrontation und Uneinigkeit
innerhalb der Europäischen Union geführt.
Das ursprüngliche Ziel der EU war es einmal, dem Rest der Welt zu
beweisen, dass man sich in Europa eine avantgardistische Klimapolitik
erlauben kann – unabhängig davon, was der Rest der Welt macht. Diese
Philosophie hat die EU in den vergangenen Monaten mehr oder weniger
aufgegeben – aufgeben müssen: Europas neue Klimastrategie zielt auf
verbindliche Verpflichtungen von Staaten wie den USA, China und Indien.
Zu einseitigen Zugeständnissen ist Europa nicht mehr bereit. Man darf
getrost vom Beginn einer klimapolitischen Wende sprechen.
Nirgends haben sich die politischen Positionen so merklich verändert wie
in Deutschland. Seit den achtziger Jahren galt Deutschland als Speerspitze
grüner Politik. Noch vor knapp zwei Jahren wurde Angela Merkel als
Gastgeberin des G-8-Gipfels in Heiligendamm als Klimakanzlerin gefeiert.
Diese Aura hat sie verloren. Im Zuge einer konzertierten Aktion der
deutschen Industrie und wachsenden Opposition innerhalb ihrer eigenen
Partei sah sich Merkel gezwungen, der Ökonomie die Priorität
einzuräumen.
Sowohl in Deutschland als auch innerhalb der EU hat ein radikales
Umdenken in Sachen Klima- und Energiepolitik stattgefunden. Russischer
Gaskrieg und Weltwirtschaftskrise haben eine Entwicklung verschärft, die
sich bereits seit zwei Jahren abgezeichnet hatte.
Im vergangenen März hatten sich die EU-Chefs in Brüssel darauf geeinigt,
die europäischen Emissionen von Treibhausgasen bis 2020 um zwanzig
Prozent (gegenüber 1990) zu senken. Osteuropäische Länder unter der
Führung von Polen rebellierten. Sie wollten sich nicht dazu drängen
lassen, ihre Energieversorgung auf russisches Gas umzustellen. Heute
versteht man warum.
Der Widerstand gegen die alten Klimaziele der EU reicht aber weiter. Die
deutsche Regierung, die seit fast zwei Jahrzehnten die grüne Agenda der
EU dominiert hat, ist zunehmend besorgt, dass die Klimapolitik
katastrophale Folgen für Deutschlands energieintensive Industrien haben
könnte. Der Konflikt um das europäische Klimapaket konnte deshalb nur
durch eine weitgehende Verwässerung der ursprünglichen Klimaziele
entschärft werden.
Das ursprüngliche EU Klimapaket sah eine zwanzigprozentige Senkung der
CO2-Emissionen bis 2020 vor. Tatsächlich könnte die Reduzierung
lediglich vier Prozent betragen – sollten alle rechtlichen Ausnahmen und
Klauseln des Pakets ausgeschöpft werden.
Von besonderer Bedeutung ist die von Italien durchgesetzte
Revisionsklausel: Sie garantiert, dass die Klimaziele der EU zukünftig an
die Ergebnisse der internationalen Klimaverhandlungen gekoppelt sind.
Wenn es also der Kopenhagener Klimakonferenz nicht gelingen sollte, sich
auf ein Kioto-Nachfolgeabkommen zu einigen, werden wohl auch die EUKlimaziele
verringert.
Kurz und gut: Wenn es um europäische Klima- und Emissionspolitik geht
ist die EU heute tiefer gespalten als in vielen anderen Fragen. Da sind
zunächst die osteuropäischen Mitgliedsstaaten, die gegen allzu einseitige
und kostspielige Klimaziele der EU mit ihrem Veto gestimmt haben. Der
Streit zwischen ost- und westeuropäischen Mitgliedsstaaten dreht sich vor
allem darum, wie die milliardenschwere Klimafinanzhilfe für die
Entwicklungsländer zwischen den EU-Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden
soll.
Die EU ist aber auch gespalten zwischen Mitte-Rechts-Regierungen, die
zunehmend besorgt sind über die wirtschaftlichen Belastungen einer
industriefeindlichen Klimapolitik – und, auf der anderen Seite, den
wenigen noch verbliebenen Mitte-Links-Regierungen, die weiterhin an
einer radikal-ökologischen Philosophie der 80er und 90er Jahre festhalten.
Vor allem aber ist die EU gespalten zwischen Mitgliedsstaaten, deren
Industriestandorte direkt bedroht sind durch die Folgen einseitiger
Klimaziele und des Emissionshandels – und Mitgliedsstaaten, die weniger
Bedenken gegen eine radikale De-Industrialisierung ihrer
Schwerindustrien zu haben scheinen.
Der Widerstand gegen die althergebrachte EU-Klimapolitik rührt mithin
daher, dass die durch das Kyoto-Protokoll vorgegebene Klimapolitik zu
gravierenden Negativwirkungen auf Wirtschaftswachstum, Energiepreise
und die international Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie
beigetragen hat.
So steht die EU heute vor einer Reihe schwerer Interessenskonflikte, die
sich nicht so schnell überbrücken lassen dürften:
1) Die einseitigen Auflagen und Emissionsziele des Kyoto-Protokolls haben
zu einer schweren Belastung für europäische Industrien und nationale
Volkswirtschaften geführt und die international Wettbewerbsfähigkeit der
EU unterminiert.
2) Die tiefe Spaltungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten über die
Lastenverteilung künftiger Klima- und Emissionsziele hat zur
Herausbildung einer Gruppe von Klimarebellen geführt – Mitgliedsstaaten,
denen von Seiten der EU ein Veto-Recht zugestanden wurden.
3) Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise und fallender Nachfrage ist
der Preis der Emissions-Zertifikate eingebrochen. In den vergangenen
sechs Monaten hat der Zertifikats-Preis fast zwei Drittel seines Wertes
verloren.
Die extreme Preisunsicherheit hat zur Folge, dass die Zukunft des
gesamten Emissionshandels zunehmend in Frage gestellt wird. Geschäftsund
Business-Pläne für grüne and alternative Energieprojekte werden
dadurch unberechenbar, da die prognostizierten Einnahmen aus dem
Emissionshandel extrem unzuverlässig geworden sind. Investoren können
deshalb nicht mehr ohne weiteres auf einen künftigen Preis von CO2
bauen.
Das Fiasko des EU-Emissionshandels hat dazu geführt, dass die geplante
Einführung des Emissionshandels in Australien, Neuseeland und Kanada
bis auf weiteres verschoben wurde.
Selbst das von Präsident Obama massiv geforderte und geförderte Capand-
Trade Klimagesetz hat kaum noch eine realistische Chance auf Erfolg
– vor allem wegen des Widerstands aus seiner eigenen Partei, den Blue
Dog Democrats.
Europas Internationale Klima-Strategie
Die Europäische Kommission hat im Januar Vorschläge für ein
Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zum Klimawandel vorgelegt.
Der EU-Vorschlag sieht vor, bis 2020 weltweit etwa 175 Milliarden Euro an
Finanzhilfen bereitzustellen. Mehr als die Hälfte dieser Summe soll an
Entwicklungsländer gehen.
Im Gegenzug müssten sich alle Entwicklungsländer –mit Ausnahme der
ärmsten Länder Afrikas –verpflichten, bis 2020 den Anstieg ihren
Emissionen um 15-30% unter den Werten zu reduzieren, den sie
erreichen würden, wenn sie keine Reduzierung vornähmen.
Seit einem halben Jahr sind die Verhandlungen über diesen Vorschlag
innerhalb der EU festgefahren. Die EU Staats- und Regierungschefs haben
eine Entscheidung über die westliche Klimafinanzierung armer Länder seit
Monaten vor sich hergeschoben. Auch beim anstehenden EU-Gipfel wird
kein Fortschritt in der Frage der Klimafinanzierung erwartet.
Vor allem die ärmeren Mitgliedsstaaten Osteuropas blockieren die EUStrategie
da sie zusätzliche finanzielle und wirtschaftliche Belastungen
befürchten. Sie sehen sich selbst als die Entwicklungsländer Europas und
verlangen, dass die China und Indien versprochenen Klimamilliarden
vorwiegend von den wohlhabenden Mitgliedsstaaten der EU – also
vorwiegend von Old Europe –beglichen werden soll. Das wiederum stößt
auf erheblichen Widerstand von Seiten westeuropäischer Regierungen, die
sich einen umfassenden Wohlstandstransfer an die asiatische Konkurrenz
weder wirtschaftlich noch politisch leisten können.
Die EU steckt mithin in einer politischen Zwickmühle. Auch die Androhung
von Strafzöllen gegenüber unwilligen Entwicklungsländern ändert daran
wenig. Sowohl die EU also auch die USA drohen den Entwicklungsländern,
vor allem China und Indian, mit Strafzöllen, sollte sie sich weigern, den
westlichen Forderungen nachzukommen. Die Entwicklungsländer
wiederum argumentieren, dass die geforderten Emissionsbeschränkungen
das Wirtschaftswachstum und damit die politische Stabilität ihrer
Gesellschaften bedrohen.
Der jüngste Kompromissvorschlag der US-Regierung sieht vor, dass
lediglich die Industrieländer ihre Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr
2050 um 80 Prozent reduzieren. Wie die EU sieht auch der US-Vorschlag
keine absoluten CO2-Reduktionsziele für Schwellen- und
Entwicklungsländer vor. Allerdings verlangen die USA, dass sich die
Entwicklungsländer zu rechtlich verbindlichen Klimazielen verpflichten.
Diese müssten nicht nur quantifizierbar, sondern auch internationaler
Kontrollen unterworfen sein und dazu beitragen, die globalen CO2-
Emissionen angemessen zu reduzieren.
Im Gegenzug haben Indien, China und 36 weitere Entwicklungsländer in
Bonn ihre eigenen Forderungen vorgelegt; sie verlangen, dass die
Industriestaaten – unter Anwendung des Grundsatzes ihrer historischen
Verantwortung für Treibhausgasemissionen zwischen 1850 und 2005 –
ihre Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent unter das Niveau von
1990 reduzieren.
Angesichts der unüberbrückbaren Standpunkte wachsen die
Befürchtungen, dass die EU zu Einfuhrbeschränkungen auf Produkte aus
Entwicklungsländern also womöglich zu einem grünen Handelskrieg bereit
sein könnten. Entsprechende Überlegungen werden derzeit in der EU und
in den USA diskutiert, um westliche Industriebranchen vor Importen der
asiatischen Konkurrenz zu schützen.
In der Tat hat die unilaterale Klimapolitik der EU die Wettbewerbsfähigkeit
europäischer Industriestandorte untergraben. Energieintensive Industrien
sehen sich unterdessen gezwungen, ihre durch Klimasteuern und
Umweltauflagen verteuerten Standorte in Europa und die damit
verbundenen Arbeitsplätze aufzugeben und diese in nicht von hohen
Energie- und Klimaabgaben betroffene Drittstaaten zu verlagern.
Innerhalb der EU werden zurzeit zwei Möglichkeiten diskutiert, um weitere
Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Zum einen denkt man darüber
nach, ausgewählte Branchen mit kostenlosen Emissionsrechten zu
versorgen. Zum anderen wird die Erhebung von Einfuhrzöllen auf
Produkte von Ländern vorgesehen, die sich nicht an einem internationalen
Klimaabkommen beteiligen oder keine der EU-entsprechenden
Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen gesetzlich eingeführt
haben.
Erst letzte Woche bekräftigte der französische Staatspräsident Nicolas
Sarkozy seinen protektionistischen Vorschlag, Produkte aus Ländern, die
ein globales Klimaabkommen nicht unterzeichnen, mit Strafzöllen zu
bestrafen. Angeblich soll Angela Merkel bereit sein, auf den französischen
Kurs einzuschwenken. Ein grüner Handelskrieg könnte jedoch schnell
eskalieren und der westlichen Welt sowie dem allgemeinen Welthandel
schweren Schaden zufügen. Eine solche Entwicklung käme einer
Bestätigung nahe, dass die Klimahysterie vor als allem ein strategisches
Instrument des Westens ins Feld geführt wird, um die wachsende
Konkurrenz aufsteigender Schwellen- und Entwicklungsländern in Schach
zu halten.
Lassen Sie mich zusammenfassen:
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die europäische Klimapolitik mehr
oder weniger von der Liste politischer Prioritäten verdrängt. Die Sicherung
von Unternehmen, Industriestandorten und der Erhalt von Arbeitsplätzen
haben jetzt absoluten Vorrang vor jedweder grünen Politik.
In vielen europäischen Ländern wächst der Widerstand gegenüber einer
immer kostspieligeren Klima- und Energiepolitik. Hunderte von Milliarden
an Subventionen, die in alternative Energiezweige gesteckt wurden, haben
zwar zu einer Verteuerung der Energiepreise und damit von Produktionsund
Lebenshaltungskosten beigetragen. Einen wie auch immer gearteten
Einfluss auf das Klima haben diese Maßnahmen freilich nicht gehabt
Vor allem erkennen mehr und mehr Politiker, dass Klimapolitik und grüne
Steuern politische Risiken in sich b1ergen, die auf Dauer sowohl die
wirtschaftliche Stabilität als auch die Chancen auf eine Wiederwahl
gefährden.
Einer der vielleicht wichtigsten Faktoren für die wachsende Skepsis in
Europa ist im bemerkenswerten Niedergang rot-grüner Regierungen und
linker Parteien zu suchen. Sozialdemokratische und sozialistische Parteien,
die einst zu den lautesten Klimaalarmisten zählten, haben einen hohen
Preis für ihren grünen Irrweg bezahlen müssen. In weiten Teilen Europas
haben diese Parteien in den vergangenen ein, zwei Jahren dramatische
Verluste einstecken müssen und sind in immer weniger Regierungen
vertreten.

Der politische Wandel in Europa hat nicht zuletzt mit der Tatsache zu tun,
dass die Erderwärmung in den vergangenen zehn Jahren nicht wie
vorhergesagt eingetroffen ist. Der Erwärmungstrend der letzten dreißig
Jahre ist zum Stillstand gekommen. Die Gestalt einer künftigen
Klimapolitik hängt mithin davon ab, wie lange die gegenwärtige Pause der
globalen Erderwärmung andauert. Aber selbst wenn es zu einer baldigen
Rückkehr eines moderaten Erwärmungstrends kommen sollte, dürfte die
Klimadebatte in Zukunft vermutlich sehr viel nüchterner geführt werden.
Mehr denn je aber wird die Zukunft der Klimapolitik von
weltwirtschaftlichen und geopolitischen Verschiebungen bestimmt werden.

Die europäischen Regierungen wären also gut beraten, sich von den ökologischen Dogmen des 20 Jahrhunderts zu verabschieden. Das 21.Jahrhundert bedarf einer pragmatischen Klima-und Energiepolitik, die zur Sicherung von Industrie-und Arbeitsplätzen ebenso beiträgt wie zum Schutz der Umwelt. Es wäre zu wünschen, dass das jetzt absehbare Ende der allgemeinen Klimahysterie zu einer neue Nüchternheit und Pragmatik führt.

21.6.2009

Prof. Frank Tipler zur Hypothese der AGW (Anthropogene Globale Erwärmung)

Prof. Frank Tipler ist Leser des Blogs www.urgentagenda.com und wurde gebeten, seine Ansicht zum Thema der vermeintlichen anthropogenen Erwärmung Stellung zu nehmen. Seine Stellungnahme vom 22.12.2008 ist so brilliant und prägnant, daß Sie dem deutschsprachigen Publikum nicht vorenthalten bleiben darf. Prof. Tipler hat der Übersetzung und Veröffentlichung zugestimmt.

Soweit es die globale Erwärmung betrifft, ist meine Sichtweise im wesentlichen die gleiche wie Ihre: Anthropogene Globale Erwärmung (Anthropogenic Global Warming – AGW) ist ein Schwindel und hat keine wissenschaftliche Basis.

Ein paar Kommentare zu meiner eigenen Sicht der globalen Erwärmung:

  1. Ich bin besonders verärgert über die Behauptung „die Debatte ist vorbei”, denn dies war exakt die Behauptung, die ursprünglich gegen die kopernikanische Theorie des Sonnensystems vorgebracht wurde. Die Gegner von Kopernikus sagten, daß die Idee, die Erde sei der dritte Planet von der Sonne aus gesehen, bereits von Aristrachus um 300 v. Chr. vorgebracht wurde (was stimmt) und schon 100 n. Chr. definitiv widerlegt war. Die Debatte ist vorbei! Bedaure, sie war es nicht: Die Erde ist der dritte Planet.
  2. Es ist offensichtlich, daß anthropogene globale Erwärmung überhaupt keine Wissenschaft ist, denn eine wissenschaftliche Theorie macht nicht-offensichtliche Vorhersagen, die dann mit Beobachtungen verglichen werden, die eine durchschnittliche Person selbst überprüfen kann. Wie wir beide aus unserer´Erfahrung wissen, ist die AGW-Theorie spektakulär daran gescheitert, dies zu tun. Die Theorie hat kontinuierlich steigende globale Temperaturen vorhergesagt, und dies wurde durch die Beobachtungen widerlegt. Jetzt behaupten die Global-Erwärmer, daß die Erde in eine Abkühlungsperiode eintritt. Anders gesagt, egal ob die Eiskappen schmelzen oder sich ausdehnen — was immer auch passiert — die AGW-Theoretiker behaupten, daß es ihre Theorie bestätigt. Das ist ein perfektes Beispiel für eine Pseudo-Wissenschaft wie die Astrologie.
  3. Im Gegensatz dazu wird die Alternativtheorie, nach der Anstieg und Reduktion der irdischen Durchschnittstemperatur kurzfristig der Zahl der Sonnenflecken folgt, (im Großen und Ganzen) von den Beobachtungen bestätigt. Und diese Beobachtungen wurden vorhergesagt, bevor sie passierten. Das ist gute Wissenschaft.
  4. Ich habe unter 2. betont, daß eine durchschnittliche Person in der Lage sein muß, die Beobachtungen zu überpüfen. Ich betone dies nochmals, weil ich „Wissenschaftlern” nicht mehr darin traue, Beobachtungen korrekt wiederzugeben. Ich glaube, daß Daten so weit wie möglich angepaßt werden, um AGW zu bestätigen. In einem Fall haben Hansen und seine Leute (beim GISS, Anm. des Übersetzers) behauptet, der Oktober 2008 sei der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Watts hat sich die Daten angesehen und entdeckt, daß Hansen und seine Leute die September-Temperaturen für Rußland benutzt hatten an Stelle derer aus dem Oktober. Ich bin nicht überrascht zu erfahren, daß der September in der Nordhemisphäre wärmer als der Oktober ist.
    Es hat hier in New Orleans letzte Woche geschneit, und es war der zweitstärkste Schneefall, den ich hier in 25 Jahren gesehen habe, während derer ich in New Orleans lebe. Nach Angaben der Lokalzeitung war es der früheste Schnellfall in New Orleans seit Beginn der Aufzeichnungen 1850.
    Ich habe selbst die Vorhersagegenauigkeit von Kopernikus‘ Theorie und der seinerzeitig rivalisierenden ptolemäischen Theorie überprüft. Kopernikus war im Durchschnitt doppelt so genau, und eine Durchschnittsperson der damiligen Zeit konnte das herausfinden. In ähnlicher Weise kann jedermann heute die Zahl der Sonnenflecken überprüfen. Oder vielmehr ihr Nichtvorhandensein. Als ich in den frühen 1980er Jahren erstmals begann, Astronomie an der Tulane-Universität zu unterrichten, habe ich die Sonneflecken meinen Studenten gezeigt, indem ich ein ein kleines 25-Dollar-Spiegelteleskop auf die Sonne gerichtet und das Bild auf die Wand des Klassenraum fokussiert habe. Die Sonnenflecken waren in dem Bild auf der Wand unübersehbar. Dieses Experiment kann ich gegenwärtig nicht durchführen, weil es keine Sonnenflecken gibt.
  5. Eine andere schockierende Tatsache im Zusammenhang mit der AGW-Theorie ist, daß sie den Verlust wahren wissenschaftlichen Wissens herbeiführt. Der große Astronom William Herschel, Entdecker des Planeten Uranus, beobachtete im frühen 19. Jahrhundert, daß warmes Wetter mit der Zahl der Sonnenflecken korrelierte. Herschel bemerkte, daß warmes Wetter bessere Ernten bedeutete, und daß daher weniger Sonnenflecken höhere Getreidepreise bedeuteten. Die AGW-Leute versuchen, diese Bebachtungen verschwinden zu lassen. Einige versuchen sogar, die Existenz des Maunder-Minimums zu bestreiten.
  6. AGW-Anhänger rufen auch die Inquisition wieder ins Leben, indem die Staatsmacht genutzt wird, um wissenschaftliche Gegner zum Schweigen zu bringen. Der Fall von Björn Lomborg illustriert das. Lomborg ist ordentlicher Professor für Mathematik in Dänemark. Kurz nach dem Erscheinen seines Buchs „The Skeptical Environmentalist” bei Cambridge University Press wurde Lomborg wegen wissenschaftlichen Betrugs angeklagt und verurteilt (später aufgehoben), weil er den „Konsens” bezüglich AGW und andere Umweltfragen kritisch betrachtete. Wenn die Verurteilung Bestand gehabt hätte, wäre Lomborg gefeuert worden. Stillman Drake, der weltweit führende Galileo-Experte, hat in seinem Buch „Galileo: A Very Short Introduction” (Oxford University Press, 2001) gezeigt, daß es nicht die Theologen, sondern seine Physiker-Kollegen (damals nannte man sie „Naturphilosophen&ä8221;) waren, die die Inquisition dazu gebracht haben, Galileo anzuklagen und zu verurteilen. Galileo gehörte nicht zum „Mainstream” der Naturphilosophie und er hatte die Frechheit besessen, zu beweisen, daß die damalige Konsens-Ansicht der aristotelischen Theorie falsch war, indem er sich einfache Experimente ausdachte, die jeder durchführen konnte. Galileos Wissenschaftler-Kollegen versuchten zunächst, ihn durch Argumente zu widerlegen, die sich auf Autorität gründeten. Erfolglos. Als nächstes haben diese „Wissenschaftler” verspottet, aber damit konnten sie das gemeine Publikum nicht beindrucken, das mit eigenen Augen sehen konnte, daß Galileo recht hatte. Zum Schluß haben Galileos „Wissenschaftler”-Kollegen die Inquisition eingeschaltet, um ihn zum Schweigen zu bringen.
    Ich empfinde es als sehr verstörend, daß ein Teil der dänischen Inquisitionsanklage gegen Lomborg von John Holdren verfaßt wurde, Obamas neuen wissenschaftlichen Berater. Holdren hat neulich geschrieben, Leute wie Lomborg seien „gefährlich”. Ich denke, es sind Leute wie Holdren, die gefährlich sind, weil sie die Staatsmacht benutzen wollen, ihre wissenschaftlichen Gegner auszuschalten.
  7. Ich stimme mit Dick Lindzen darin überein, daß der AGW-Unsinn durch die regierungsseitige Finanzierung der Wissenschaft verursacht wird. Wenn jemand der AGW-Hypothese zustimmt, kann er einen Regierungsvertrag bekommen. Wenn er ein Skeptiker ist,gibt es keinen Vertrag. Es gibt einen Professor an der Tulane-Universität mit einem Doktortitel in Pläoklimatologie, der so wie ich der AGW-Hypothese skeptisch gegenübersteht. Er würde wegen seiner beruflichen Meininung niemals für eine ordentliche Professur an der Tulane-Universität in Betracht gezogen werden. Keine Regierungsverträge, keine ordentliche Professur.
  8. Darum wundere ich mich darüber, daß Leute, die es besser wissen müßten, wie Newt Gingrich, für einen Ausbau der Finanzierung wissenschaftlicher Forschung durch die Regierung eintreten. Wir hatten Anfang des 20. Jahrhunderts eine bessere Wissenschaft und einen schnelleren Fortschritt in der Wissenschaft, als es noch keine zentralisierte Regierungsfinanzierung der Wissenschaft gab. Einstein entdeckte die Relativität in seiner Freizeit, während er beim Patentamt angestellt war. Wo sind heute die Einsteins? Sie würden niemals eine Stelle an einer Universität bekommen — Einsteins Idee, daß die Zeit vom Beobachter abhing, lief dem „Konsens” der damaligen Zeit komplett zuwider. Einsteins Idee, daß Licht aus Teilchen (heute nennt man sie „Photonen”) besteht, wurde ebenfalls von allen Physikern für verrückt gehalten, als er sie zuerst publizierte. Immerhin konnte er damals die Idee publizieren. Heute würde ein wissenschaftliches Journal, das seine Publikationen durch ein Expertengremium begutachten läßt („peer-review”) niemals ein Papier zur Veröffentlichung in Betracht ziehen, daß von einem Patentamtsangestellten geschrieben wurde. Alle Physikexperten hätten im Jahr 1905 darin übereingestimmt, daß Relativität und Quantenmechanik Unsinn seien und definitiv der überwältigenden Konsens-Sichtweise widersprächen. Also würden die Journale Einsteins Papiere ablehnen, wenn er sie heute schreiben würde.
    Wissenschaft ist ein Wirtschaftsgut wie andere auch, und es ist sehr schlecht für die Produktion von Gütern hoher Qualität, wenn die Regierung die Produktionsmittel kontrolliert. Warum versteht Newt Gingrich das nicht? Milton Friedman hat es verstanden und ist für die Kürzung von Regierungsmitteln für die Finanzierung der Wissenschaft eingetreten.