Kommentar zum Bericht „Kein gutes Klima für ihn“ v. 29.5.17 (Leserbrief)

Augsburg, 29.5.2017

Kommentar zum Bericht „Kein gutes Klima für ihn“ v. 29.5.17

Der Bericht beginnt mit der spektakulären Überschrift: „Donald Trump ist nicht der einzige Amerikaner, der den Klimawandel leugnet. Doch sein Landsmann John All will beweisen, dass es ihn gibt.“
Da rennt er offene Türen ein – kein intelligenter Mensch würde wohl leugnen, dass sich das Klima auf der Erde seit Millionen von Jahren immer wieder geändert hat und auch heute noch ändert! Die Problemstellung ist aber natürlich die, dass statt dem Klimawandel immer der menschengemachte Klimawandel gemeint ist – und da fängt die Begriffsverwirrung an! Die kurzfristige, knapp 30 Jahre andauernde globale Erwärmungsphase ist seit nahezu 20 Jahren vorbei – es handelte sich also nicht um einen Klimawandel, sondern um eine Klimaschwankung oder -pendelung. Ein Klimawandel ist eine einige Jahrhunderte andauernde markante Klimaänderung, wie sie am deutlichsten in den Eiszeiten auftrat und wie sie sich in historischer Zeit durch die sog. Holozän-Warmzeit (vermutlich Sinnbild des biblischen Paradieses), die Warmzeit des Römischen Imperiums, (als die Alpen nahezu gletscherfrei waren und Hannibal sie mit Elefanten überqueren konnte) und natürlich in der Mittelalterlichen Warmzeit (als Nordwest- und Nordostpassage eisfrei waren, Grönland (=Grünland) besiedelt wurde und Weinberge in Schweden und Schottland angelegt wurden) manifestierte. Unterbrochen wurden diese Warmzeiten durch lang anhaltende Kälterückfälle, die nicht ohne Grund als Völkerwanderungsminimum und Kleine Eiszeit bekannt wurden.
Abgesehen davon, dass es an schwachsinniger Hybris kaum zu überbieten ist, das Klima „schützen“ zu wollen, ist es noch viel dümmer, das gegenwärtige Klima als Nonplusultra anzusehen; wie man feststellen kann, ging es der Menschheit in Warmzeiten immer besser, als in Kaltzeiten – im Meteorologischen Lexikon von 1986 wurde noch die Mittelalterliche Warmzeit als Zeit „besonderer Klimagunst“ bezeichnet und dem ist nichts hinzuzufügen!

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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