Kommentar zu „Klima-Schock“ v. 29.12.2011 (Leserbrief)

Augsburg, 29.12.2011

Kommentar zum „Klima-Schock“ v. 29.12.

Es ist zwar sehr schön, wenn – selten genug! – meteorologische Daten korrekt wiedergegeben werden, aber : Muss es denn immer wieder mit einer derartig übertriebenen Schlagzeile sein, wie beim Bericht über das bisher wärmste Jahr auf dem Hohenpeißenberg? Und dann kommt es im Bericht auch noch zu Irritationen, weil den Lesern suggeriert wird, es wäre das wärmste Jahr im Alpenvorland gewesen! Kollege Fricke hat diese Aussage zwar relativiert, es wäre aber trotzdem gut gewesen, noch intensiver darauf hinzuweisen, dass dieser Rekord nur für den HP gilt, also eine Bergstation, die sehr von den diesjährigen, überaus häufigen Hochdrucklagen mit starken Temperaturinversionen besonders im Frühjahr und Herbst profitierte, das Alpenvorland aber ein zwar warmes, aber keineswegs aufregendes Jahr erlebte! So sehr man sich also den Klimawandel herbeisehnt – war wohl nix, waren nur mehr Hochdrucklagen, als üblich! Was auch Frau Böllmann vom DWD völlig entspannt und korrekt kommentierte: „Die Temperaturen sind nichts Besonderes!“

Da es sicher einige Leser interessieren wird, hier mal die Jahresmitteltemperaturen der wärmsten Jahre in München – wirklich relevant für das Alpenvorland: 1994 war das wärmste Jahr mit einem Mittel von 11,2 Grad. Es folgen 2007 (10,7), 2000 (10,6), 1794, 1992 und 2002 (je 10,5), 1811 (10,4), 2003 (10,3) und dann 1822, 1834, 1990 und 2008 mit je 10,2 Grad und 2011 mit einem wahrscheinlichen Mittel von ebenfalls 10,2 Grad. Man sieht – Ben Akiba hat recht, und man fragt sich, muss man wirklich schon fast eine Woche vor Beendigung von Dezember und Jahr einen vorläufigen klimatologischen Rückblick erstellen? Ich finde, der Leser hat ein Recht darauf, zum Jahresbeginn einen korrekten Rückblick zu erhalten!

(nicht veröffentlicht)

Bayern wieder fast 1 Grad wärmer bzw. Bayern trocknet aus (Leserbrief)

Augsburg, 04.07.2008

Leserbrief zu den Artikeln „Bayern wieder fast 1 Grad wärmer“ (Titelseite), bzw. „Bayern trocknet aus“ (S.4) v. 02.07.2008 in der tz München

Es ist geradezu erschreckend, mit welch unglaublicher Sorglosigkeit heutzutage Daten verfälscht, Tatsachen verdreht und sinnlose Schlussfolgerungen gezogen werden, um „griffige“ Schlagzeilen zu bekommen. Oder anders gesagt: Es ist kaum zu glauben, dass man mit derart geballter meteorologisch-klimatologischer Inkompetenz, wie in o.a. Artikel gezeigt, ein Forum zur Verfügung gestellt bekommt, um wirklich krassen Unsinn zu verbreiten!

Daher hier einige Korrekturen: Das Temperaturmittel der Jahre 1961 bis 1990 war in München nicht 7,2 Grad, sondern fast 9,2 Grad, die willkürlich herausgegriffene Periode 2001 bis 2005 hatte ein Mittel von 9,8 Grad und nicht 8,2 Grad, war also nicht um 1,0, sondern nur um 0,6 Grad wärmer – wobei anzumerken ist, dass eine Periode von 5 Jahren für klimatologische Betrachtungen nicht die geringste Aussagekraft besitzt! Vermutlich hat der Informant die Daten von München-Riem verwendet und sie mit Erding oder sonst einer Station verglichen – eine klimatologische Todsünde!

Des weiteren: „Dass die Wintertemperatur stark zunimmt, war bislang klar“ heißt es an anderer Stelle, klar aber wohl nur für jemanden mit Schwächen bei den Grundrechnungsarten, oder, genauer gesagt, drei der letzten sechs Winter waren zu kalt! Was eigentlich recht ungewöhnlich ist, denn in der Regel gibt es (und gab es schon vor der Erfindung der „Klimakatastrophe“!) viel mehr milde, als (dann meistens viel zu kalte) strenge Winter!

Der Höhepunkt wird dann mit der Schlagzeile „Bayern trocknet aus“ geliefert, wo an Hand des Sommers 2003 (ein Jahrzehntausendereignis!!) oder des April 2007 (mit einer Kombination aus Hitze und Trockenheit, wie sie nur alle paar Hundert Jahre vorkommt) suggeriert werden soll, dass Bayern schon im Begriff ist, auszutrocknen: Auch hier eine Richtigstellung: Zu nass waren sechs der letzten 10 Jahre, 2000 und 2002 sogar ganz erheblich, zu trocken war es nur 1998, 2003, 2004 und 2006! Wobei das Jahr 2003 aus diesen Betrachtungen eigentlich herausfallen müsste, denn ein solcher Ausreißer tritt nach der statistischen Wahrscheinlichkeit (von Klimatologen berechnet!) im Durchschnitt alle 9000 (!!!) Jahre auf; da wir uns nach Ansicht der Klimahysteriker in Zukunft häufiger (vielleicht sogar 50 bis 100mal häufiger?!?) auf solche Sommer einstellen müssen bedeutet das: Wir werden sie dann etwa alle 90 bis 180 Jahre erleben!! Da muss man sich wahrhaftig drauf einstellen…. Deutlicher konnten unsere Klima-Panikmacher ihre Inkompetenz wirklich nicht darstellen!

Über die weiteren Peinlichkeiten (mit einer Sommervorhersage, die schon Jägerhuber-Niveau erreicht!) möchte ich hier lieber nichts mehr sagen, abschließend vielleicht nur noch ein paar Daten zur Information für wirklich am Klima Interessierte: Das wärmste Jahr in München war 1994 und da alle anderen Jahre weitaus kälter waren, sieht es nicht so aus, als würde es seine Spitzenposition in absehbarer Zeit verlieren. Außerdem: Wenn man das Jahr 2003 aus bekannten Gründen außer Acht lässt, kommt 1959, das nächst trockene Jahr der letzten 50 Jahre, nur auf den 5.Platz der Dürrejahre der letzten 130 Jahre und der Spitzenreiter, 1943, hatte sogar noch 50 mm weniger, als 2003!

Oder, um allen Versteppungsängsten entgegenzutreten: Die trockensten Jahre bisher waren 1943, 2003, 1911, 1934, 1921, 1959, 1901, 1953 und 1887!!! Meistens schon lange her, oder: Klimakatastrophe und Dürre passt irgendwie nicht….

(veröffentlicht)