Klimawandel trifft Bayern noch härter (Leserbrief)

Augsburg, 04.09.2008

Leserbrief zum Artikel „Klimawandel trifft Bayern noch härter“ v. 04.09.2008 im Münchner Merkur

Es ist geradezu erschreckend, mit welcher Sorglosigkeit heutzutage mögliche Szenarien der Klimaänderung als Tatsachen, bzw. Prognosen verkauft werden, noch dazu mit derart reißerischen Überschriften wie „es wird heiß, heiß, heiß“; der in der Regel im Bereich Meteorologie nicht übermäßig kompetenten Bevölkerung soll damit wohl suggeriert werden, dass die Eintreffwahrschein-lichkeit solcher Klimaszenarien in der Nähe der für Wettervorhersagen im Kurz- oder Mittelfristbereich liegt – natürlich völliger Nonsens!

Denn: Zwar können die verschiedenen Klimamodelle (es gibt schließlich nicht nur das hier zitierte Modell „Remo“, sondern viele andere, die alle unterschiedliche Ergebnisse liefern!) gerade noch mit Einschränkungen die Erwärmung ab ca. 1850, dem kältesten Zeitraum der letzten 250 Jahre, nachvollziehen oder erklären, doch versagen sie alle bei der Rekonstruktion der letzten tausend oder zweitausend Jahre, als wir zwei Warmphasen hatten, die die meisten für die nächsten Jahrzehnte vorherberechneten Szenarien bei weitem übertrafen! Und das ganz ohne bekannten übermäßigen CO2- Ausstoß!

Übrigens nannte man diese Warmzeiten in der meteorologischen Fachliteratur bis vor kurzem das Römische, bzw. Mittelalterliche Klimaoptimum, nicht Klimakatastrophe! Katastrophe heißt eine mögliche, aber wenig wahrscheinliche neue Warmzeit erst, seit eine Horde von Lobbyisten erkannt hat, wie leicht man mit Angstmacherei Geld machen kann! Woran die Medien einen nicht unerheblichen Anteil haben!!

Natürlich stimmt es, dass es in den letzten Jahrzehnten wärmer wurde, warum auch immer; nicht wenige (und immer mehr) namhafte Klimatologen meinen die Ursache in der verstärkten Sonnenaktivität gefunden zu haben. Ein deutlicher Hinweis darauf ist die gute Korrelation zwischen der bereits wieder zurückgehenden globalen Mitteltemperatur und der immer schwächer werdenden Sonnenaktivität! Aber warum glaubt man eigentlich, die ganzen sinnvollen Maßnamen zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung nur durchsetzen zu können, wenn man den Menschen Angst vor einem neuen Klimaoptimum macht und nicht, wenn man an ihre Vernunft appelliert!? Wie gesagt: Eine Horde von Lobbyisten verdient daran, allen voran der „Übervater der Klimaschützer“, Al Gore, der den Handel mit CO2-Zertifikaten initiierte und daran sicher genauso viel verdient, wie an seinem mit zahlreichen Fehlern gespickten Film „Eine unbequeme Wahrheit“.

Um zum Schluss noch einmal auf den zitierten Horrorbericht des UBA zurückzukommen: Übermäßiges Vertrauen hat das Amt wohl selbst nicht in diesen Bericht, sonst stünde nicht ganz am Anfang: Die in dieser Studie geäußerten Ansichten müssen nicht mit denen des Herausgebers übereinstimmen….

Wohl mit Recht, denn wenn man auf S. 55 dieses Berichts merkt, dass die Verfasser Schwierigkeiten mit den Definitionen besonderer Tage (Sommertage, Eistage etc.) haben, die alle falsch sind, dann muss man sich wohl fragen, was von Aussagen zu halten ist, die etwas über das Niveau klimatologischer Elementarvorlesungen hinausgehen…..

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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