Kommentar zu „Klimaexperte Latif: Hitzewellen…“ (Leserbrief)

Augsburg, 22.7.2019

Kommentar zu „Klimaexperte Latif: Hitzewellen…“

Wenn der erste Blick auf die Zeitung eine solche Überschrift zeigt, ist der Tag schon verdorben! Wie kann Herr Bär einen Betriebswirt und Ozeanographen, der auch mal Meteorologie studiert hat, zu einem Klimaexperten hochjubeln? Allein die Tatsache, dass Herr Latif Präsident des Club of Rome Deutschland ist beweist seine klimatologische Inkompetenz – noch nie in den letzten mehr als 40 Jahren konnte der CoR irgendeine Prophezeiung veröffentlichen, die gestimmt hätte, sämtliche Voraussagen waren ohne Ausnahme falsch! Und Herr Latif blamierte sich auch persönlich gewaltig durch seine Voraussage, dass es bei uns nach 2010 keine Winter mit Eis und Schnee mehr geben werde!
Und jetzt legt er mit seiner Aussage zur Häufung der Hitzewellen nach: Deren Anzahl hat sich seit 1980 verdoppelt oder gar verdreifacht – er zählt die wochenlangen Hitzewellen von 1983, 1992, 2003, 2006 usw. offensichtlich jeweils als eine und heuer gab es ja schon drei oder vier; eine Milchmädchenrechnung schlimmster Art! Und vor 1980 gab es Jahre wie 1947, 1952, 1959, 1976 mit Hitzewellen ähnlicher oder noch stärkerer Ausprägung!
Zusammengefasst: Etwas mehr Seriosität würde der Titelseite der AA gut tun, die Leser haben schließlich ein Recht auf wissenschaftlich fundierte Aussagen!

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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