Kommentar zum Artikel „Temperaturen wie in Spanien“ v. 3.3.18 (Leserbrief)

Augsburg, 6.3.2018

Kommentar zum Artikel „Temperaturen wie in Spanien“ v. 3.3.18

Bedauerlicherweise hatte Kollege Schwanke auf Grund seines jungen Alters keine Möglichkeit mehr, die leider seit längerem abgeschaffte Ausbildung als Wetterdienstreferendar zu absolvieren. Im Zuge dieser Referendarszeit wäre er nämlich auch drei Monate in der Abteilung Klimatologie ausgebildet worden, hätte Einblick in die Datenerfassung und Datensicherung bekommen und hätte sogar gelernt, dass zahlreiche Temperaturbeobachtungen in Deutschland seit 1781 vorliegen. Das hätte ihn vielleicht davor bewahrt, solche unsinnigen Aussagen zu machen, wie „ganz sicher wird es wärmer, das ganze Jahr über, in allen Jahreszeiten“, oder „die Temperaturkurve geht nach oben, man kann nicht die Sonne dafür verantwortlich machen, und vermutlich wissen es die Menschen eigentlich“.
Als Referendar hätte er vielleicht auch recherchieren gelernt und mit Hilfe der amtlichen (!!) Daten des DWD feststellen können, dass das genaue Gegenteil der Fall ist; nicht nur im klimatologisch relevanten 30-Jahreszeitraum sinken die Temperaturen (übrigens nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa!); sondern auch vor dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts war es ähnlich warm, wie jetzt; vier Monatsrekorde im Raum Südbayern stehen seit ca. 200 Jahren, nämlich Januar, April, Mai und Dezember! Und das wärmste Jahr feiert nächstes Jahr „silbernes Jubiläum“, so warm wie 1994 war es nämlich trotz gegenteiliger Propaganda seit damals nicht mehr wieder!
Fazit: Die Tätigkeit als Fernsehmoderator berechtigt noch nicht zur Klassifizierung als Klimaexperte, vor allem dann nicht, wenn das nötige Fachwissen fehlt. Und da die kurzfristige und leider weltweit beendete Klimapendelung in Richtung Erwärmung auch in den Temperaturmessungen der Marsatmosphäre nachweisbar war, sollte sich ein „Experte“ wie Herr Schwanke mal Gedanken machen, welche Auswirkungen der irdische CO2-Gehalt wohl auf andere Planeten haben soll….

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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