Kommentar zum Bericht „Der Frühling ist ein richtiger Sommer“ v. 1.6.18 (Leserbrief)

Augsburg, 3.6.2018

Kommentar zum Bericht „Der Frühling ist ein richtiger Sommer“ v. 1.6.18

Es ist wirklich lobenswert (und vor allem sehr selten!), wenn die dpa einen einigermaßen fehlerfreien Bericht über eine recht ungewöhnliche Wetterlage abliefert, wie wir sie seit einigen Wochen haben.
Allerdings gibt’s natürlich wieder Einschränkungen: Der Beginn der Temperaturaufzeichnungen in Deutschland war nicht 1881, sondern der offizielle Bayrische Wetterdienst begann 1879, aus München liegen mehr oder weniger regelmäßige Temperaturmessungen seit 1781 (Augustinerkloster und später Sternwarte) vor und in Berlin wurde bereits seit 1740 regelmäßig beobachtet!
Daraus folgt: Gut dokumentierte Wärmerekorde sind zum Teil mehr als 200 Jahre alt; die Aussage, der April 2018 sei in Deutschland der wärmste, jemals gemessene, ist völlig falsch, der April von 1800 hat in dieser Beziehung Maßstäbe gesetzt, die deutschlandweit nicht einmal in diesem Jahr erreicht worden sind! Ähnliches gilt für den Mai, denn auch der Mairekord, aufgestellt 1811, wurde heuer bei weitem nicht erreicht! Und der älteste Rekord für unsere Region stammt aus dem Januar 1796!
Früher haben Qualitätsjournale selbst recherchiert (z.B. aus dem Werk „Die Temperaturmessungen in München…“), heute schreibt man wohl lieber dpa-Unsinn ab, passt ja wohl auch besser zum hype um den CO2-induzierten Klimawandel, wonach es noch nie so warm war, wie zur Jetztzeit!

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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