Kommentar zum Bericht „Wird der Sommer jetzt immer so heiß?“ v. 2.8.18 (Leserbrief)

Augsburg, 4.8.2018

Kommentar zum Bericht „Wird der Sommer jetzt immer so heiß?“ v. 2.8.18

Kaum lobt man mal die Mainstreammedien für ihre objektive Berichterstattung zum gegenwärtigen Sommer – schon werden die paar Tage Sommerhitze wieder in die Nähe eines imaginären Klimawandels gerückt! Da hier mit Halb- und Unwahrheiten argumentiert wird, scheint eine Berichtigung angebracht: Der April war mitnichten rekordwarm, immer noch und wohl für lange Zeit wird Deutschlandweit der April 1800 das Maß aller Dinge bleiben. Auch im Mai wurde kein einziger Hitzerekord aufgestellt, für unseren Bereich ist immer noch der Mai 1811 unübertroffen. Und der Juni war eigentlich nur besserer Durchschnitt, vom Juni 2003 trennten ihn Welten!

Und die 30-Grad-Marke wurde heuer erstmals am 30.7. geknackt, so spät wie seit Jahren nicht mehr! Was ist also an dem diesjährigen Sommer so außergewöhnlich, dass man ihn reflexartig mit dem (natürlich menschengemachten) Klimawandel in Verbindung bringt? Eigentlich nur, dass der Verfasser wie üblich keine Ahnung von Wetter und Klima hat, die beiden Teilbereiche der Meteorologie gleich setzt und sogar mit Herrn Latif einen anerkannten Nichtfachmann ins Spiel bringt! Und Herr Lux vom DWD ist zwar Meteorologe, darf aber nur offizielle (in der Regel falsche, weil politisch gewollte) Meinungen vertreten!

Übrigens: Deutsche Wetterrekorde aufzuzählen erscheint wenig hilfreich, Leser der AA wollen eher Rekorde aus ihrer Region wissen. Daher eine kleine Aufzählung:

Der heißeste Tag war der 27.7.1983 mit über 37 Grad in München und Augsburg, gleichzeitig war der Juli 1983 der bisher heißeste Monat in unserer Region: Der heißeste Sommer war natürlich nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch bei uns der Sommer 2003, während das heißeste (besser gesagt: das wärmste ) Jahr in Südbayern 1994 war.

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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