Kommentar zum Kemfert-Interview „Der Kohleausstieg ist machbar“ v. 13.11.17 (Leserbrief)

Augsburg, 13.11.2017

Kommentar zum Kemfert-Interview „Der Kohleausstieg ist machbar“ v. 13.11.17

Ein interessantes, wenn auch wenig informatives Interview, dessen vielfache Falschaussagen dringend korrigiert gehören!
Richtig ist allerdings ihre Aussage „wir schwimmen im Strom“ – allerdings nur für einige windige Sonnenwochen im Jahr, in denen wir unsere Nachbarländer dafür bezahlen, dass sie uns unseren überflüssigen Strom abnehmen. Anders sieht es in der Zeit aus, in der winterliche windstille Hochnebellagen wochenlang überhaupt keinen „grün-erneuerbaren“ Strom zulassen. Und wenn Frau Kemfert meint, das wären maximal zwei Wochen im Jahr, dann kann man ihr nur empfehlen, sich irgendwann mal mit Meteorologie, hier dem Wetter in Deutschland, zu befassen – im Januar diesen Jahres sind wir immerhin nur knapp um einen großflächigen blackout herumgekommen und solche Lagen gibt es deutlich häufiger, als es sich Frau Kemfert vorstellen mag.
Der traurige Höhepunkt ihrer von wenig Sachkenntnis getrübten Aussagen ist ihre Meinung zur Elektromobilität: „Wir haben schon deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien, um alle Fahrzeuge in Deutschland elektrisch zu betreiben!!!“
Dass bei soviel geballter Inkompetenz das Unbehagen in Deutschland über Quotenfrauen an verantwortlichen Stellen immer mehr zunimmt braucht eigentlich niemanden zu wundern!

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

Ein Gedanke zu „Kommentar zum Kemfert-Interview „Der Kohleausstieg ist machbar“ v. 13.11.17 (Leserbrief)“

  1. Wassermetzger

    Der Umstieg auf 100% regenerative Energie verlangt die totale Vernetzung und Digitalisierung der Erzeuger, Verteiler und Verbraucher der Elektroenergie. Es eröffnet eine etwas bessere Netzregelung, gleichzeitig auch ein grandioses Geschäftsfeld für Internet-Verbrecher und Erpresser bis zum aktiven Blackout. Nach einem Blackout klappt der Netzaufbau nur mit Notstart ausgerüsteten Lauf- oder Speicherkraftwerken (wie z.B. am Lech), die das Netz in Inseln aufbauen müssen. Wind- und Solar-Kraftwerke sind hierfür komplett ungeeignet. Netzrechnungen ergaben durchaus Zeitdauern von über einer Woche. Der derzeitige 3-fache händische Eingriff in die Netzregelung kann nicht mit Allgorytmen erfolgen und hat bisher Kosten in 2017 von über 1Mia € verursacht. Wo soll das hinführen, solange die Netzregelung den Regenerativerzeugern „wurscht is“.
    Sie behaupten, BRD verkauft Kohlestrom ins Ausland. Das funktioniert nur bei den Gehirnen, die einen Input-Filer haben. Polen verzichtet freiwillig auf den kostenlosen Zappelstrom durch teilweise Kappen der besonders belastenden Leitungen um den gefahrvollen Blackout zu vermeiden. Hierzu empfehle ich mal bei Claudia Kempfert (einer selbst ernannten Energie-Ökonomin) zu googlen. Der dort verbreitete Unsinn ist Standard bei den Grünen, die allesamt, sofern mit Abitur, ohne Physik bzw. Mathematik- Unterricht (geschweige Studium) auskamen.

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