Kommentar zum Leitartikel über den Hitzesommer 2018 v. 7.8.18 (Leserbrief)

Augsburg, 8.8.2018

Kommentar zum Leitartikel über den Hitzesommer 2018 v. 7.8.18

Es ist manchmal wirklich kaum zu glauben, mit welch penetranter scheinbarer Wissenschaftlichkeit die gutgläubige und in naturwissenschaftlichen Fragen naturgemäß ungebildete Leserschaft manipuliert wird und indoktriniert werden soll!
Da scheut man sich auch nicht, mit Herrn Marks einen ebenfalls unwissenden Redakteur einen Leitartikel drauflos schreiben zu lassen, obwohl ihm sogar die Mindestvoraussetzung dafür fehlt: Er verwechselt, wie nahezu alle seine Kollegen, Wetter mit Klima, oder, wahrscheinlicher, er weiß gar nicht, dass es sich dabei um zwei völlig unterschiedliche Begriffe handelt! Das Klima „schützen“ zu wollen, bedeutet nichts anderes, als das Wetter zu ändern, dessen 30-jähriger Mittelwert das Klima eines Ortes definiert! Und wie ändert man des Wetter? Bei den Mayas opferte man Jungfrauen für den Regenzauber und bei anderen Naturvölkern tanzten die Schamanen, im Mittelalter verbrannte man die für das schlechte Wetter verantwortlichen Hexen und heute? Da gibt es Leute, die allen Ernstes glauben, mit einer Reduzierung des CO2 Gehalts würde sich das Wetter ändern!
Dass man im 21. Jahrhundert wieder auf das wissenschaftliche Niveau des Mittelalters zurückfällt, ist eigentlich eine kaum glaubliche Wahrheit, bei immer weiterer Reduzierung der Physik als Pflichtfach aber irgendwie nachvollziehbar.
Noch zu Herrn Marks und sein Klimawandelgeschwafel: Der Temperaturanstieg von 1,4 Grad seit 1881 klingt natürlich Aufsehen erregend, allerdings sank die Temperatur in den 100 Jahren zuvor um etwa den gleichen Betrag; was dabei eine klare Sprache sein soll, bleibt wohl das Geheimnis des Verfassers, dem außerdem wohl noch niemand gesagt hat, dass sowohl die regionalen Temperaturen bei uns, als auch die Globaltemperatur seit etwa 20 Jahren stagniert – trotz rapide steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre! Ach ja – Wetterrekorde gab es in diesem Jahr noch keinen einzigen!
Und zu Herrn Marks passt Dieter Nuhrs Ausspruch wie die Faust aufs Auge: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal …. (man will ja nicht beleidigend sein…)

(nicht veröffentlicht)

Veröffentlicht von

Wetterpapst

Geboren 1944 in Waldenburg/Wüstegiersdorf (N.Schl.), Volksschule Beverungen/Weser 1951-1954, Realgymnasium (später Peutinger G.) Augsburg 1954-1963, Studium der Meteorologie, Physik, Geophysik, Geographie und Mathematik an der LMU in München, Diplom in Meteorologie 1969, Diplomarbeit: "Die Temperaturmessungen in München 1781-1968" (garantiert plagiatsfrei...). Wiss. Assistent im Met. Inst. der LMU München 1969-1970, Wetterdienstreferendar 1970-1972, Assessorprüfung 1972, Meteorologe im wissenschaftlichen Betriebsdienst beim DWD 1972-2009. Einsatzgebiete: Flugwetterwarte M-Riem 1972-1977 (als Flugmeteorologe), Wetteramt München (später: Niederlassung M. des DWD) 1977-2009 (als Flugmet. sowie Meteorologe im Vorhersagedienst und Wetterwarndienst mit Abordnungen nach Nürnberg und Erfurt). 1979 - 2009 Verfasser der Münchner klimatologischen Monatsrückblicke für die Süddeutsche Zeitung. Veröffentlichungen u.a. in WK des DWD, BWK, promet. 1988 acht Wochen Maritimmeteorologe als Leiter der Bordwetterwarte auf dem FSB Meerkatze mit Aufenthalten auf Grönland (Nuuk, Grönnedal, Ivigtut) und Island (Heimaey). Dienstliche Auslandsaufenthalte als Flugmet. in Istanbul, Kairo, Nairobi, Teheran, Bagdad, Toronto, Neu Delhi, Buenos Aires, Santiago und Los Angeles. Seit 1.8.2009 im dienstl. Ruhestand, seitdem Vortragstätigkeit über klimatologische Themen bei verschiedensten interessierten Kreisen von Rotariern bis Kollegstufengymnasiasten. Jederzeit zu Vorträgen oder Diskussionen in Gesprächskreisen bereit.

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